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Hallenbäder: Niedrigere Temperaturen sollen Energie und Kosten sparen

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Von: Sebastian Schaffner

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Hallenbad in Nürnberg
Wegen der Energiekrise wird es in den heimischen Schwimmbädern künftig kühler. (Symbolbild) © Daniel Karmann/dpa

Wegen der Energiekrise wird es in den heimischen Schwimmbädern künftig kühler. Das hat eine Umfrage unsere Zeitung im Landkreis ergeben.

Hersfeld-Rotenburg – Die Bad Hersfelder Kurbad-Therme hat gar angekündigt, Ende Oktober vorerst ganz zu schließen. Grund seien die gesetzlich geforderten Gas-Einsparungen.

„In unserem Hallenbad wird die Wassertemperatur um zwei Grad reduziert“, sagt Annika Ludwig, Sprecherin der Stadt Rotenburg. Das Sportbecken kommt dann auf 25 Grad, das Kinder- und Freizeitbecken auf 27 bis 28 Grad. Das Wasser in den Duschen des Rotenburger Schwimmbads, das am 4. Oktober öffnen soll, bleibe vorerst unverändert.

Die Alternative wäre gewesen, das Bad zu schließen

Auch in der Kleinschwimmhalle in Obersuhl müssen sich Badegäste auf kühlere Bedingungen einstellen. „Wir werden das Wasser auf 26 Grad, die Raumluft auf 28 Grad absenken, also jeweils um zwei Grad kälter“, sagt Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Die Alternative wäre gewesen, das Bad zu schließen. „Das wollen wir natürlich vermeiden.“

Das Aqua Fit in Bad Hersfeld wird nach Angaben der Stadt am 1. Oktober öffnen, allerdings mit Einschränkungen. Die Wassertemperaturen werden um jeweils zwei Grad gesenkt. Das Schwimmerbecken hat dann laut Geschäftsführerin Evelyn Michel 26 Grad, das Warmbecken 28 Grad. Die Bewässerung der Rutsche soll nicht während der kompletten Öffnungszeiten laufen, Massagedüsen, Sprudelliegen und Wasserspeier sollen sparsamer eingeschaltet werden. Auch der Saunabetrieb findet eingeschränkt statt.

Die Eintrittspreise blieben vorerst gleich

„Auch wir werden uns an das Energieeinsparungsgesetz halten“, sagt Jan Reichhardt, Bäderleiter in Heringen. Das Fritz-Kunze-Bad verbrauche allerdings kein Gas, sondern Pellets. „Wir senken unsere Wassertemperatur um ein bis zwei Grad ab.“ Im Saunabereich ändere sich nichts, auch die Eintrittspreise blieben vorerst gleich.

Anders sieht es in Hotelbetrieben aus. „Wir haben Energie und Kosten eruiert und hochgerechnet“, sagt Marion Arens, Sprecherin Göbel-Gruppe, die im Landkreis drei Hotels betreibt: Schlosshotel „Prinz von Hessen“ (Friedewald), Hotel Rodenberg und Posthotel (beide Rotenburg). Zwar würden auch in den Hotels Sparmaßnahmen umgesetzt, das Angebot in den Bade- und Saunalandschaften werde aber vorerst beibehalten. „Unsere Gäste bezahlen schließlich dafür und erwarten das auch“, so Arens. (Sebastian Schaffner)

Deutschland will 20 Prozent Gas sparen

Die EU-Staaten haben sich verpflichtet, ihren Gasverbrauch um mindestens 15 Prozent zu verringern. Deutschland, zuletzt besonders abhängig von russischem Gas, peilt laut Bundeswirtschaftsministerium 20 Prozent an. Wie das gelingen soll, steht in einer Verordnung, die allen Ernstes Kurzfristenenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung heißt. Darin steht, dass private Pools vorerst nicht mehr beheizt werden dürfen. Für gewerbliche Bäder gilt dieses Verbot nicht. 

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