Nur eine Gegenstimme im Gemeindeparlament

Ronshäuser Haushalt hat beruhigendes Polster

Die Sanierung der Ronshäuser Kindertagesstätte Regenbogen geht weiter: Im frisch beschlossenen Haushalt sind für den zweiten Bauabschnitt 90 000 Euro vorgesehen. Zudem sind weitere 15 000 Euro für den Austausch der alten Ölheizung gegen eine umweltschonende Gasbrennwertanlage eingeplant. Unser Bild zeigt Kita-Leiterin Birgit Pfau und Bürgermeister Markus Becker im Raum der Igelgruppe, der zurzeit saniert wird. Mit dem frischen Geld sollen der Turn- und Personalraum sowie Flur und Foyer neu hergerichtet werden.

Ronshausen. Viel Lob gab es im Ronshäuser Parlaments für den Haushaltsentwurf 2018. Denn mit ihm strebt die Gemeinde auch in diesem Jahr ein ausgeglichenes Zahlenwerk an.

Und das diesmal sogar mit einem „beruhigenden Polster“ von über 150 000 Euro Überschuss, wie WGR-Fraktionsvorsitzender Reinhard Brandau es formulierte. Lediglich FDP-Gemeindevertreter Thomas Wenderoth übte Kritik. Mit seiner Gegenstimme gegenüber zwölf Ja-Stimmen beschloss das Parlament schlussendlich nach längerer Debatte das Zahlenwerk sowie den Investitionsplan fast einstimmig.

Als einen Haushalt „ohne große Schnörkel, sachlich und nüchtern“, der den Schulden-Abbaupfad des Schutzschirm-Vertrages mit dem Land Hessen konsequent fortsetze, beschrieb ihn SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Tobi. „Er dient dem Wohle unserer Gemeinde – aber in der Zukunft sind auch wieder mehr Investitionen gefragt“, mahnte Tobi an.

Er verwies auf eine Fülle offener Themen aus der Zukunftswerkstatt, von denen die meisten „leider noch in der Schublade schlummern“. Viele davon seien allerdings auch noch nicht antragsreif und müssten noch zu Ende durchdacht werden.

„Ich bin richtig stolz auf diesen Haushalt“, sagte Reinhard Brandau von der WGR, der ausführlich an die Zeiten erinnerte, in denen die Gemeinde immer mehr Geld ausgegeben habe, als eingenommen wurde. „Auf dem Höhepunkt war unsere Eigenständigkeit in Gefahr – die Zwangsverwaltung stand an.“ Vom Schutzschirm-Programm, das von Bürgern, Verwaltung und Bauhof mitgetragen worden sei, habe Ronshausen stark profitiert: „Es hat trotzdem eine Menge Fortschritt gegeben – und wir haben uns entschuldet“, erklärte Brandau. Für Pessimismus und das Anzweifeln von Zahlen, Daten und Fakten gebe es keinen Grund, sagte er an die Adresse der FDP.

Zuvor hatte deren Gemeindevertreter Wenderoth den Haushalt heftig kritisiert: „Wir leben über unsere Verhältnisse“, sagte er. Bürgerhäuser und Schwimmbad machte er als Kostentreiber aus und beklagte zudem die hohen Zahlungen an den Landkreis. „Respekt an die Gemeinde Alheim“, sagte Wenderoth. Deren Klage gegen die Kreisumlage – die HNA berichtete – solle man sich anschließen, schlug er vor.

Entgegen der FDP-Kritik sprach CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Knierim von einer „grundsoliden, verantwortungsvollen Haushaltspolitik“. Investitionen von über 340 000 Euro seien nicht nur eine Notwendigkeit, sie sorgten an vielen Stellen wie dem Austausch der Heizungsanlage in der Kindertagesstätte für Effizienzverbesserungen, die in Zukunft der Gemeinde Kosten sparen.

So wird in Ronshausen 2018 investiert

Die Gemeinde Ronshausen investiert im Haushaltsjahr 2018 unter anderem in: • den zweiten Bauabschnitt der Renovierungsarbeiten der Kindertagesstätte Regenbogen (90 000 Euro) • den Austausch der alten Ölheizung gegen eine umweltschonende Gasbrennwertanlage in der Kindertagesstätte Regenbogen (15 000 Euro) • die Beschaffung eines Bauhof-Fahrzeuges als Ersatz für das in die Jahre gekommene Piaggio-Pritschenfahrzeug sowie in Anbauteile zum Mulchen für den Valtra-Traktor (65 000 Euro) • die Errichtung eines Waschplatzes für die Bauhoffahrzeuge auf dem Gelände des Bauhofs (13 000 Euro) • die Anschaffung eines Logistikfahrzeuges für die Feuerwehr Ronshausen (20 000 Euro) • eine neue Tragkraftspritze für das neue Feuerwehrfahrzeug in Machtlos, das zurzeit gerade angeschafft wird (12 000 Euro) • die Vorbereitung der Erschließung des Baugebietes „Hersfelder Straße“ (60 000 Euro) • Kanalbau im Friedhofsweg in Machtlos (25 000 Euro) • die Errichtung einer Doppel-Elektroladesäule für Elektrofahrzeuge in Ronshausen (13 000 Euro)

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