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Glasfaser: Angebote gibt es fast überall im Kreis Hersfeld-Rotenburg

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Von: Sebastian Schaffner

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Derzeit liegen die Glasfaserleitungen im Kreis – außer in den Schulen, einigen Neubaugebieten und durch privaten Ausbau – nur bis zu den Verteilerkästen.
Derzeit liegen die Glasfaserleitungen im Kreis – außer in den Schulen, einigen Neubaugebieten und durch privaten Ausbau – nur bis zu den Verteilerkästen. © Sina Schuldt/dpa-Bildfunk

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg könnte zur Hochburg beim Glasfaserausbau werden – wenn die Quote stimmt.

Derzeit werden nach Recherchen unserer Zeitung bis auf Philippsthal alle Kommunen in Hersfeld-Rotenburg von Unternehmen umworben, die eine schnelle Internetleitung bis in die Häuser verlegen wollen. Voraussetzung ist allerdings meist, dass ausreichend viele Bürger Interesse am Ausbau bekunden und einen Vertrag mit den Anbietern abschließen. Es ist ein umkämpfter Markt mit teils zögerlichen Kunden.

Das liegt auch daran, dass es vielerorts bereits schnelles Internet gibt. Derzeit liegen die Glasfaserleitungen im Kreis – außer in den Schulen, einigen Neubaugebieten und durch privaten Ausbau – allerdings nur bis zu den Verteilerkästen. Auf der sogenannten letzten Meile bis in die Häuser geht beim Datentransfer über Kupferleitungen daher Geschwindigkeit verloren – die bei künftig weiter wachsenden Datenmengen benötigt werden könnte, so die Befürworter des Ausbaus. „Wir brauchen diese Technologie“, sagt etwa der Rotenburger IT-Experte Benjamin Pfister. Gemeint ist das sogenannte Fiber to the home (FTTH) – der Glasfaseranschluss bis ins Haus.

An den Verteilerkästen ist bislang Schluss: Hier enden die Glasfaser-Leitungen. Informatiker Benjamin Pfister setzt sich dafür ein, dass die Technologie in vielen Gemeinden nun von den Kästen bis zu den Haustüren verlegt wird.
An den Verteilerkästen ist bislang Schluss: Hier enden die Glasfaser-Leitungen. Informatiker Benjamin Pfister setzt sich dafür ein, dass die Technologie in vielen Gemeinden nun von den Kästen bis zu den Haustüren verlegt wird. © Christopher Ziermann

Der Ausbau liegt zunächst in privatwirtschaftlicher Hand. Nur bei einem Marktversagen greift die öffentliche Hand auch mit Fördergeld ein (siehe Kasten). Wer Glasfaser in die Häuser bringt, entscheiden also das Angebot an ausbauwilligen Firmen und der freie Markt.

Die umtriebigsten Anbieter im Kreis sind die Firma TNG aus Kiel und das Göttinger Unternehmen Goetel – beide beginnen den Ausbau in der Regel nur, wenn 40 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet Verträge abschließen. In Hohenroda, Niederaula und Breitenbach/H. wurden die Quoten bereits erreicht. Geworben wird auch bei Hausbesuchen. Teils geschehe das so aggressiv, dass etwa Kirchheims scheidender Bürgermeister Manfred Koch von „regelrechten Drückerkolonnen“ spricht.

Weitere Anbieter sind Unsere Grüne Glasfaser (Cornberg), Werrakom in Heringen und die Telekom-Tochter Glasfaser Plus (Nentershausen).

Landkreis-Gesellschaft steht zum Verkauf

Den FTTC-Ausbau („Fiber to the curb“ – Glasfaser bis zum Verteilerkasten) hat auch die Breitband Nordhessen GmbH vorangetrieben, die fünf Landkreisen gehört – darunter Hersfeld-Rotenburg. Berücksichtigt wurden ausschließlich Gebiete ohne private Anbieter. Netzbetreiber ist die Netcom Kassel, investiert worden seien rund 180 Millionen Euro. Beide Unternehmen und ihre Infrastruktur sollen nun an einen Investor verkauft werden, der auch den FTTH-Ausbau stemmt. 

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Von Clemens Herwig

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