Gewerbegebiet bei Hönebach

Geplanter Autohof an der A4 im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Probleme mit Baustellenabwässern

Das provisorische Regenüberlaufbecken im Gewerbegebiet: Hier sollen sich die vom Regen ausgespülten Bodenteilchen absetzen.Hinten rechts sind zwei orangefarbene Rohre zu erkennen. Das untere Rohr ist der normale Durchlass, das obere als Überlauf gedacht.

Hönebach/Ronshausen. Die Gemeinde Wildeck ist dabei, die Probleme mit den Baustellenabwässern des Gewerbegebiets Mackenrotscher Garten, in dem ein Autohof gebaut werden soll, so weit wie möglich zu reduzieren.

Über den Bach Ulfe wird das Niederschlagswasser zu den Forellenteichen des Angelsportvereins Ronshausen transportiert. Bei stärkerem Regen werden Schlamm und Sandsedimente als braune Brühe in die Teiche gespült. Nach Angaben des Vereins ist eine Fischaufzucht dort zurzeit nicht möglich.

Die Baugenehmigung enthält umfangreiche Auflagen für den Schutz des Wassers und des Bodens, teilt der Landkreis auf Anfrage mit.

Die Hauptprobleme hatte es an Pfingsten 2017 gegeben, als Regenfluten vom Himmel kamen. Da gab es noch kein provisorisches Regenrückhaltebecken, in dem sich Sedimente hätten absetzen können.

Ungebremste Wassermassen

„Damals schossen Wassermassen ungebremst und ungefiltert in den Durchlass unter der Autobahn“, berichtet Bürgermeister Alexander Wirth. Das provisorische Rückhaltebecken wurde im September gebaut. Ein professionelles Regenrückhaltebecken soll entstehen, wenn das Gelände fertig profiliert ist. „Bis dahin wird es gewisse Probleme geben. Sie sind sehr bedauerlich, aber unumgänglich“, sagt Wirth.

Nachdem der Landkreis von den Problemen erfahren hatte, gab es Mitte Dezember einen Termin vor Ort. Dabei wurde ein freigelegtes und teilweise gebrochenes Tonrohr im Zulauf zum Ablagerungsbecken entdeckt. Durch den Defekt floss das im Erschließungsgebiet anfallende Regenwasser unmittelbar in das Rohr. So wurde das Wasser nicht über das Sedimentationsbecken geführt, sondern gelangte völlig ungefiltert direkt in den Durchlass unter der Autobahn und weiter in die Ulfe, teilt der Landkreis mit. Nur wenige Tage später sei das schadhafte Rohr ausgetauscht worden. „Das kaputte Rohr stammte aus alten Zeiten, als das Gelände noch ein Feld war“, berichtet Bürgermeister Wirth.

Vorrichtungen im Bach

Mitarbeiter des Landkreises aus dem Sachgebiet Wasser- und Bodenschutz empfahlen der Gemeinde Wildeck, in Absprache mit der Gemeinde Ronshausen zeitlich begrenzte Vorrichtungen im Bachverlauf anzubringen, die die aus dem Gewerbegebiet ausgespülten Bodenteilchen zurückhalten.

„Weiterer Handlungsbedarf zur Gewässersanierung ist aus ökologischer und wasserrechtlicher Sicht nicht erforderlich“, heißt es in dem Schreiben des Landkreises.

Gemeinsam Lösung suchen

Am vergangenen Samstag gab es ein Gespräch zwischen Gemeinde und Angelsportverein. Das Ergebnis: In Kürze wollen sich beide Bürgermeister, Vertreter des Angelsportvereins, der Unteren Wasserbehörde des Kreises und der Baufirma treffen. Ziel sei es, gemeinsam eine gute Lösung zu finden, erklärte Wirth.

In dem Gewerbegebiet an der Autobahn soll ein Autohof gebaut werden. Die Fläche ist zu einem Drittel profiliert für den geplanten Rasthof. Die restliche Fläche des Gewerbegebietes soll bis zum Sommer aufgefüllt und geebnet werden. Der Investor plant, im zweiten Halbjahr 2018 mit dem Bau zu beginnen.

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