6000 Euro Geldstrafe

Mann aus Kreis Hersfeld-Rotenburg fuhr 82 Mal ohne Führerschein Lkw

Der 30-Jährige arbeitete Monate lang ohne gültigen Führerschein als Lkw-Fahrer. Das flog erst auf, als er eine Unfallflucht vortäuschte. 

Ein 30-jähriger Mann aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg hat 82 Mal ohne Führerschein den Lkw einer Firma bei Eschwege gefahren und nach einem selbst verschuldeten Unfall eine Unfallflucht vorgetäuscht. Das sah der Eschweger Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter im gestrigen Prozess als erwiesen an und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 6000 Euro. 

Zwischen 4. Juli und 13. Dezember 2017 soll der 30-Jährige den Lkw geführt haben, obwohl seine Fahrerlaubnis der Klasse C, die dafür notwendig ist, am 3. Juli abgelaufen war – was ihm laut dem Richter auch bewusst war. Ein als Zeuge geladener Polizist schilderte, dass der Angeklagte ihm noch am Unfallort versicherte, dass die Verlängerung schon im Gang sei. Dass der Mann, wie er es nannte, die Aktualisierung „komplett verpennt hat“, hielt der Richter für unglaubwürdig. Im Einstellungsgespräch im Mai 2017 sei der ablaufende Führerscheins auch schon Thema gewesen, sagte der damalige Chef aus. 

Die Version, dass ihm bei einem Unfall bei Vockerode (Gemeinde Meißner) am 13. Dezember 2017 ein Lkw entgegenkam, wie er es zunächst der Polizei geschildert hatte, ließ der Beschuldigte gestern fallen. Er gab zu, wegen einer Unachtsamkeit in den Straßengraben gerutscht zu sein. Aus Angst vor Repressalien vom Arbeitgeber habe er die Geschichte erfunden, was der Richter als Vortäuschen einer Unfallflucht und damit als Straftat wertete. 

Richter Wachter beließ es in seinem Urteil bei der Geldstrafe. Den mittlerweile verlängerten Führerschein entzog er nicht, weil sonst der neue Arbeitsplatz des Mannes im Landkreis Kassel hinfällig wäre. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Kommentare