Mit einem Schnapp beißt sie den Finger ab

Gefährliche Schildkröte am Straßenrand bei Bebra gefunden: Vermutlich wurde sie ausgesetzt

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Gefährliches Fundtier: Zwischen Bebra und Asmushausen wurde diese über 40 Zentimeter große Schildkröte gefunden. Sie kroch im Gras an der Bundesstraße 27 entlang. Das Tier kann mit einem Schnapp einen Finger abbeißen.

Bebra. Das findet man nicht alle Tage: Eine riesige Schnappschildkröte am Straßenrand. Bei Bebra machten Privatleute jetzt diesen Fund. Dass die 40 Zentimeter große Schildkröte jedoch gefährlich war, erfuhren sie erst später.

Bad Hersfelds Tierheimleiter Andreas Rümmler traute seinen Augen kaum, als er sah, was ihm da angeliefert wurde: Privatleute hatten ihn informiert, sie hätten eine Schildkröte am Straßenrand der B 27 zwischen Bebra und Asmushausen gefunden.

Doch weit gefehlt: Was dort gemächlich auf einer Wiese neben der Straße zwischen den Grashalmen kroch, war keineswegs ein gewöhnliches Haustier, wie es Tierfreunde im Terrarium halten, sondern eine bissige Schnappschildkröte.

Das ausgewachsene, mehr als 40 Zentimeter große und zehn Kilogramm schwere Tier schätzt Rümmler auf ein Alter von mindestens 40 Jahre. Bereits wenige Stunden nach der Anlieferung leitete das Tierheim den Fund an die Reptilien-Auffangstation in Sontra weiter, denn für das Tierheim ist das gefräßige Ungetüm einfach viel zu gefährlich: „Wenn man nicht aufpasst, beißt die mit einem Schlag einen Finger durch“, warnt Rümmler. Außerdem sei man gesetzlich aus Tierschutzgründen dazu verpflichtet, die Schildkröte artgerecht bei Experten unterzubringen.

Bad Hersfelds Tierheimleiter Andreas Rümmler zeigt die etwa 40 Zentimeter und zehn Kilogramm schwere Schnappschildkröte.

Aufgrund der Größe und des Alters gehe er davon aus, dass das Tier ausgesetzt wurde. Bisher habe sich jedenfalls kein Besitzer gemeldet, so Rümmler. In Sontra hat man wohl noch länger Freude an dem Tier: „Da Schnappschildkröten bis zu 80 Jahre alt werden können, Zoos sie nicht mehr aufnehmen wollen und private Tierfreunde sie nicht mehr halten dürfen, müssen wir das Reptil hier wohl dauerhaft durchfüttern“, sagt Peter Wischnewski von der Auffangstation.

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