45 Fälle

Sexueller Missbrauch von Kindern: Fünf Jahre Haft für Mann aus Rotenburg

Fulda. Zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren wegen 45 Fällen des größtenteils schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern hat die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Fulda am Donnerstag einen 59-jährigen Rotenburger verurteilt.

Der Angeklagte hatte sich über mehrere Jahre hinweg an drei 12- bis 13-jährigen Jungen vergangen und dabei in fünf Fällen auch pornografische Filme hergestellt (unsere Zeitung berichtete). 

Die Taten hatten sich in der Wohnung des erwerbsunfähigen Rentners abgespielt, wo junge Menschen ein und aus gingen und Dinge tun durften, die daheim verboten waren: Alkohol trinken, Zigaretten rauchen, Pornos schauen und Mofas reparieren, mit denen dann auch im Wald herumgefahren wurde. Der Rotenburger versorgte die Knaben zunächst freigiebig mit Zigaretten, verlangte dafür später aber sexuelle Gegenleistungen. Einen der Knaben missbrauchte er alleine 30 Mal durch Oralverkehr. 

Dass die Jungen noch keine 14 Jahre alt und damit dem Gesetz nach Kinder waren, sei dem Angeklagten bewusst gewesen, stellte der Kammervorsitzende Joachim Becker in der Urteilsbegründung fest. Dies ergab sich aus dem Zeitstempel der mit versteckter Kamera gedrehten Filmaufnahmen und Dialogen, die auf den Videos zu hören waren. 

Eine verminderte Schuldfähigkeit schloss das Gericht wie auch der Sachverständige aus. Hinweise auf krankhaftes Verhalten gebe es keine, auch sei die Steuerungsfähigkeit des Rotenburgers nicht eingeschränkt gewesen. Der 59-Jährige hätte sein Handeln jederzeit unter- oder abbrechen können. 

Das Urteil lag noch ein halbes Jahr über dem Antrag von Staatsanwältin Christina Dern, die vier Jahre und sechs Monate gefordert hatte. Für die Verteidigung hatte Rechtsanwalt Jochen Kreissl aus Bad Hersfeld für eine „angemessene Strafe“ plädiert. (ks)

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

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