Rotenburger Künstler

Franz Mansky malt gern vor dem Frühstück

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Morgendliches Ritual: Franz Mansky malt am Frühstückstisch. 

Rotenburg/Bad Hersfeld. Franz Manskys dünnster Pinsel hat nur ein einziges Haar. Mansky benutzt ihn zum Beispiel, wenn er die feinen Strukturen von Vogelfedern malt.

Wenn es darum geht, Tiere, Pflanzen und Landschaften auf Karton oder Leinwand zum Leben zu erwecken, ist Manskys Ehrgeiz groß.

Ab Montag, 16. April, stellt der 74-jährige Künstler aus Rotenburg Bilder im Gebäude der Bad Hersfelder Sparkasse an der Dudenstraße aus.

Nach vielen Jahrzehnten entdeckte Franz Mansky seine Leidenschaft für die Malerei erst im Ruhestand wieder. Seine Frau ermutigte ihn zum Malen. Inzwischen hat es sich zu einem Ritual entwickelt: Morgens um fünf steht Mansky auf und liest die Zeitung. „Dann verspüre ich Lust, etwas zu malen.“ Flaschen mit Acrylfarben, Pinsel und Staffelei stehen in der Küche bereit. Seine Motive findet Mansky auf Fotos, die er oft selbst geschossen hat, in der Natur rund um Rotenburg oder im Urlaub auf der Insel Langeoog.

„Es gibt für mich nichts Schlimmeres als einen blauen Himmel“, sagt Mansky. „Es müssen Wolken da sein, und Bewegung.“ Mansky begeistert sich für die Schönheit der Natur: Er schwärmt von stürmischer See, von Vollmondstimmung am Meer, von dem prächtigen Gefieder des Buntspechts, der im Winter manchmal auf dem Balkongeländer sitzt. Füchse und Laubwälder hat Mansky gemalt, Enten und Blumen und Wellen mit weißen Kämmen vor Langeoog am Morgen. „Die Sonne hat sich gegen den Dunst und den Nebel durchgesetzt“, berichtet Mansky.

Malkurse hat Mansky früher besucht. Jetzt lernt er bei der Arbeit und freut sich daran, wenn er sich verbessert. Der eigene Anspruch ist hoch: „Wenn ich Gefieder male, dann muss man es beim Betrachten fühlen können“, sagt er. Seine schärfste Kritikerin ist seine Frau Claudia, die in einer Glaserei arbeitete und sich mit Kunst auskennt. Auf ihr Geheiß seien schon einige Bilder in den Papierkorb gewandert, aber inzwischen ist sie mit den Arbeiten ihres Mannes zufrieden.

Sein Vorbild sieht Mansky im Rotenburger Heimatmaler Peter Zirbes, den er vor dessen Tod im Jahr 1988 noch persönlich kennenlernte. Auch Zirbes begeisterte sich für Naturmotive, und er brachte Mansky einige Tricks und Kniffe bei. Mansky hat Zirbes beim Malen beobachtet und dabei etwa gelernt, Gräser mit ruckartigen Bewegungen aus dem Handgelenk zu malen.

„Malen kann süchtig machen“, sagt Franz Mansky. Aber nicht immer gelinge ein gutes Bild. „Das ist wie bei allem“, sagt er. „Nur, wenn man Lust hat, dann wird’s auch gut.“ Rund 30 Werke, die meisten davon Acrylbilder, zeigt Mansky in der Bad Hersfelder Sparkasse. Immer zu den Öffnungszeiten ist die Ausstellung zu besichtigen. Sie wird bis 27. April in der Sparkasse bleiben.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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