Von Berlin ins Fuldatal

Frank Alemany ist neuer Geschäftsführer am Kreiskrankenhaus Rotenburg

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Neuer Geschäftsführer auf der Baustelle: Frank Alemany in einem der neuen Patientenzimmer, das bislang noch Baustelle ist. In den nächsten Tagen werden hier die Arbeiten beendet sein. Dann soll die Station neu eröffnet werden und die nächste wird modernisiert.

Rotenburg. Frank Alemany hat viele gute Gründe, warum er gerade am Rotenburger Kreiskrankenhaus als Geschäftsführer arbeiten will. 

Was reizt einen Mann, der in Düsseldorf, im Allgäu, in Davos und Berlin als Verwaltungsdirektor, Geschäftsführer und Vorstand verschiedener Kliniken tätig war, die Aufgabe eines Geschäftsführers am diakonischen Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) zu übernehmen? Frank Alemany lächelt und spricht von einer schönen Region.

Die Sonne schien auf die Fachwerkhäuser, als er zum ersten Mal mit der Bahn durch das Fuldatal fuhr und in Rotenburg ankam. Im KKH setzte er sich zunächst eine Stunde ins Foyer und nahm eine angenehme Atmosphäre wahr.

Der neue Geschäftsführer schätzt den menschlichen Umgang mit den Mitarbeitern und Patienten. Man sei offen auf ihn zugegangen – sowohl beim Träger, dem Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf, als auch in Rotenburg, beschreibt Alemany, warum er sich für das Haus entschieden hat. Am wichtigsten aber ist ihm die Herausforderung, die sich ihm hier stelle.

Das KKH sei ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit hoher Behandlungsqualität und fester Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung, betont Alemany. Es genieße hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Das solle so bleiben – auch in der Trägerschaft des Diakonievereins. „Wir halten an der Regionalität von Krankenhäusern fest“, sagt der Geschäftsführer und erklärt, die Politik setze sich inzwischen wieder für eine Re-Regionalisierung und kleinere Kliniken ein. Das Gesetz schreibe zudem eine Trägervielfalt vor.

Das Profil schärfen

Das Kreiskrankenhaus sei trotz der laufenden Bauarbeiten extrem ausgelastet, erklärt der Geschäftsführer. Er hat bereits begonnen, die Abläufe zu überprüfen und will sie bei Bedarf vereinfachen. Die Schwerpunkte der Klinik sollen noch weiter herausgearbeitet werden, um sich gegenüber anderen Kliniken zu profilieren, Qualität und Fallzahlen zu steigern. Für Kooperation sei er jederzeit offen, betont Alemany mit Blick auf das Klinikum Hersfeld-Rotenburg. Mit Eisenach arbeite man bereits zusammen. Zudem gebe es eine neue Initiative mehrerer kleinerer Kliniken in Hessen, die sich gemeinsam stärken, miteinander kooperieren und sich Gehör verschaffen wollen.

Viel Zeit, um die Region zu erkunden, hatte er noch nicht. Bisher war es stets dunkel, wenn er das KKH verlassen hat. Das ändert sich aber bald: Dann kommt sein Motorrad wieder zum Einsatz, und mit seinem Kanadier (Kanu) möchte Frank Alemany die Fulda erkunden.

Gute Verbindung nach Berlin

Da seine Frau in Berlin gebunden ist, verbringt er nur die Arbeitswoche in Rotenburg – in einer Ferienwohnung, bis eine passende Bleibe gefunden ist. Am Wochenende fährt Alemany nach Berlin. „Es gibt eine gute Anbindung mit der Bahn ab Bebra“, sagt der 56-Jährige, und findet nicht, dass die Hauptstadt weit entfernt wäre.

Ein Zeitlimit für seine Tätigkeit am KKH hat er sich nicht gesetzt. „Das Ende ist offen.“ Vielleicht auch bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben.

Zur Person

Frank Alemany (56) ist in Bottrop geboren und hat nach Schule und Bundeswehr in Gießen und Bonn Jura studiert. Sein Referendariat absolvierte er im Landgerichtsbezirk Duisburg. Er war zunächst vier Jahre in einer Unternehmensberatung tätig, ging später zu den Paracelsus-Kliniken, wo er zuletzt Verwaltungsdirektor im Allgäu war. Es folgten vier Jahre in Davos als Geschäftsführer zweier von einer Stiftung getragenen Kliniken. Anschließend war er in Berlin tätig, zuletzt als Vorstand der Maternus Kliniken und seit 2014 freiberuflich als Berater im Gesundheitswesen. Seine Frau ist Ministerialbeamtin im Wirtschaftsministerium in Berlin. Im Urlaub fährt Alemany gerne Ski. Oder er fährt nach Spanien, wo sein Vater herstammt.

Quelle: HNA

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