25-jähriger Student soll in Psychiatrie

Mord an Großmutter: Er folgte einer inneren Stimme

Spurensicherung nach der Tat im vergangenen Sommer.

Fulda/Bebra. Weil er seine Großmutter am 8. Juli des vergangenen Jahre in deren Wohnung in Bebra heimtückisch ermordet haben soll, er zur Tatzeit aber wohl schuldunfähig war, droht einem 25-Jährigen Studenten die Einweisung in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik.

Der Beschuldigte aus Bebra erklärte, eine innere Stimme habe ihm befohlen, seine Oma zu töten.

Bei der Verhandlung, die am Donnerstag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Fulda begann, erklärte Staatsanwalt Andreas Hellmich, er strebe keine Verurteilung des Beschuldigten an, sondern dessen Unterbringung in der Psychiatrie. Nach der Darstellung der Staatsanwaltschaft leidet der Angeklagte unter paranoider Schizophrenie. Deshalb wurde er bereits elf Tage nach der Festnahme durch einen Beschluss des Amtsgerichts Bad Hersfeld in die Psychiatrie eingewiesen, in der bis heute untergebracht ist.

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Die Fragen des Vorsitzenden Richters Josef Richter zu seiner Person beantwortete der Beschuldigte mit klarer, fester Stimme. Zum Vorwurf der Tat wollte er sich zunächst nicht äußern, wie Verteidiger Erhard Kött sagte.

Die Schilderung des mutmaßlichen Tathergangs durch den Staatsanwalt verfolgte der Angeklagte ohne jede äußere Regung. Hellmich sagte, am Morgen der Tat habe dem Beschuldigten in seiner Wohnung an seinem Studienort Berlin eine innere Stimme befohlen: „Tue es endlich!“ Daraufhin habe er ein Küchenmesser eingepackt. Er sei mit der Bahn nach Bebra gefahren, wo er gegen 11.30 Uhr in der Wohnung der 85 Jahre alten Großmutter angekommen sei.

Die Begegnung war äußerst kurz. Nach einer Umarmung habe er mit vier Messerstichen auf den Rücken seiner Oma eingestochen. Alle Stiche hätten beide Lungenflügel verletzt. Nachdem sie zu Boden gesunken sei, habe er ihr von Ohr zu Ohr die Kehle durchschnitten.

Nach den Berichten der Polizei hatte sich der Beschuldigte mit den Worten „Ich habe meine Oma umgebracht“ selbst bei der Polizei gemeldet und war dann festgenommen werden.

Von der weiteren Verhandlung wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen, wie dies in Unterbringungsfällen gesetzlich festgelegt ist. 21 Zeugen sind geladen. Als Sachverständige wird die Psychiaterin Dr. Eva Maria Heimsath vom Psychiatrischen Krankenhaus Haina aussagen. Die Kammer will im Februar ihren Beschluss verkünden. (vn)

Quelle: HNA

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