50 Anschlüsse betroffen

Folge von Sturm und Unwettern: Tagelang tote Telefonleitungen in Sterkelshausen

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Tagelang ohne Telefon: Ortsvorsteher Bernd Mettelem und Wilfred Hofmann an der Theke im Dorfkrug. Ohne ihr Handy wären die beiden Sterkelshäuser aufgeschmissen gewesen, sagen sie.

Sterkelshausen. Aufatmen in Sterkelshausen: Die Telefone funktionieren wieder. Tagelang hatten viele Telekom-Kunden im Alheimer Ortsteil keinen funktionierenden Festnetzanschluss.

Wasser sei in eines der Hauptkabel eingedrungen und habe rund 50 Anschlüsse lahmgelegt, heißt es vom Anbieter. Schuld seien die schlimmen Unwetter der vergangenen Wochen, der Boden habe sich mit enorm viel Wasser vollgesogen.

Auch bei Bernd Mettelem dürfte die Krawatte mittlerweile wieder etwas lockerer sitzen. Immer wieder hatte der Ortsvorsteher bei der Telekom angerufen, mit dem Handy natürlich, und um eine Lösung gebeten: „Die haben am Telefon gemerkt, wie mir der Hals schwillt“, ist sich Mettelem sicher. Vier Tage war der Anschluss des 72-Jährigen außer Gefecht. Er ist nicht nur Ortsvorsteher, sondern auch im Kirchenvorstand und Bezirkschorleiter: „Für die war ich alle nicht erreichbar.“

Hart für Geschäftsleute

Was für Mettelem als Privatperson und Ehrenamtlichen ärgerlich ist, trifft die Geschäftsleute noch härter. Wilfred Hofmann, seit etwas mehr als einem Jahr Wirt des „Dorfkrugs“ in Sterkelshausen, musste für acht Tage ohne Festnetzanschluss auskommen. Wie Bernd Mettelem hat er wiederholt mit der Telekom telefoniert, der Spitz-enwert für die angekündigte Zeit in der Warteschleife: 90 Minuten. „Eine Kundin hat vier oder fünfmal versucht, bei uns Essen zu bestellen“, sagt der 69-Jährige. Schließlich sei die Frau persönlich vorbeigekommen. „Das ging in diesem Fall aber nur, weil sie zwei Häuser weiter wohnt“, so Hofmann.

Nicht erreichbar sein – bei dem Wirt löst das auch Angst um sein Image aus: „Das ist doch peinlich gegenüber den Kunden.“ Also ließ er seinen Anschluss von der Telekom auf das Handy umlegen.

Auch Horst und Heide Pfetzing bekamen den Festnetzausfall zu spüren. Die Besitzer der bekannten Korbflechterei aus Sterkelshausen bekommen häufig Anrufe von Besuchern, die sich das Weidenfeld ansehen möchten und im Anschluss einen Vortrag über das Korbflechten bekommen. Oft handele es sich dabei um Reisegruppen oder Urlauber. Mit dem Ausfall herrschte für sie und die normale Kundschaft jedoch Funkstille. Heide Pfetzing hat wenig Verständnis dafür, dass die Reparatur des Hauptkabels durch die Telekom so lange gedauert hat: „Die Anschlüsse von Geschäften sollten in solchen Fällen bevorzugt werden.“

HeidePfetzing

Die Verzögerung bei der Reparatur erklärt der Telekommunikationsriese mit der erhöhten Anzahl von Störfällen durch die extremen Unwetter und Sturm Friederike – da komme es an der ein- oder anderen Stelle zu Wartezeiten. Man entschuldige sich aber bei den Kunden ausdrücklich für den erlittenen Ärger.

Sollten einige Kunden immer noch Probleme mit ihrem Anschluss haben, sollten sie das Telefon noch einmal komplett vom Stromnetz nehmen. Das System konfiguriere sich nach dem Wiederanschließen von selbst neu.

Quelle: HNA

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