104 Kinder waren dabei

Ferienspiele in Obersuhl sind seit 35 Jahren ein Erfolg

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Alt und Jung gemeinsam: Von links Willi Oehls, Julia, Leon, Walter Gliem, Marlon und Jochen Berthel am Klettergerüst.

Obersuhl. Vor 35 Jahren fanden zum ersten Mal die Ferienspiele in Obersuhl statt. Das Angebot ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden - durch ein einfaches Erfolgsrezept. 

„Die Kinder waren früher genauso lieb wie heute.“ Das sagt einer, der es wissen muss: Willi Oehls von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) war dabei, als vor 35 Jahren zum ersten Mal die Ferienspiele in Obersuhl stattfanden. Bei den Ferienspielen in diesem Jahr nahmen 104 Kinder teil.

Franz Dupke, damals Vorsitzender des Ortsvereins Wildeck der AWO, gab den Anstoß dazu, Ferienspiele anzubieten. Die Idee dahinter: Auch Kinder aus Familien, deren Eltern sich keinen Urlaub leisten konnten, sollten in den Ferien etwas erleben können. 

Dieser Gedanke ist in den Hintergrund getreten. Inzwischen freuen sich zahllose Kinder aus unterschiedlichsten Familien auf die gemeinsame Woche voller Spaß und Abenteuer. Um den Andrang in diesem Jahr zu bewältigen, mussten die Organisatoren einen zusätzlichen Bus mieten.

Jugendliche Betreuer sind heute die wichtigste Stütze

Gewandelt hat sich die Struktur: Beschäftigten sich früher viele Mitglieder der AWO mit Unterstützung einiger Eltern und Großeltern mit den Kindern, sind heute jugendliche Betreuer die wichtigste Stütze – alles junge Leute, die noch vor wenigen Jahren selbst begeistert an den Ferienspielen teilgenommen haben. 

Von der AWO geblieben sind Willi Oehls und der heutige Vorsitzende Walter Gliem. Als erwachsener Organisator ist noch Schulsozialarbeiter Jochen Berthel dabei. Seit zehn Jahren kooperiert die AWO bei den Ferienspielen mit der Blumensteinschule.

Die Kinder freuen sich auf den Freibadbesuch, aufs gemeinsame Mittagessen in der Schulkantine und auf Ausflüge mit dem Bus. Oft ist die große Gruppe in den vergangenen Jahren in Zoos gewesen, unter anderem sogar in Leipzig. Ein fester Programmpunkt ist jedes Jahr die Fahrt in den Spielpark Takka-Tukka-Land in Künzell.

Keine Lust aufs Smartphone

Dass es nie zu größeren Unfällen gekommen ist, liegt auch an der besonderen Atmosphäre der Obersuhler Ferienspiele. So ausgelassen die Kinder auch toben und spielen – wenn es darauf ankommt, sind sie diszipliniert und folgsam, singen gemeinsam vor den Mahlzeiten. Auch hat kaum einer das Bedürfnis, während der Ferienspiele viel das Smartphone zu benutzen.

„Man kann Freunde treffen und man lernt neue Leute kennen“, beschreibt die 12-jährige Julia die Vorzüge der Ferienspiele. „Man hat Spaß und ist weg von zuhause“, sagt der zwölfjährige Leon, dessen Opa Günter Schlosser die Ferienspiele vor 35 Jahren mitgründete. 

Rund 20 Jugendliche sind als Betreuer dabei. „Die sind näher an den Kindern dran und haben eine freundschaftliche Art im Umgang“, lobt Jochen Berthel. 

Der 19-jährige Niklas Wagner war früher selbst Ferienspielkind und hat einen guten Draht zu den jetzigen Kindern. Sein Geheimnis: „Man muss alles mitmachen und selbst wieder Kind sein.“

Quelle: HNA

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