Vorfall auf Solztal-Kinderweg hatte für Schlagzeilen und Angst gesorgt

Ermittlungen eingestellt: Vergewaltigung in Sorga hat nie stattgefunden

Sorga. Die angebliche Vergewaltigung auf dem Solztal-Kinderweg, die eine heute 23-jährige Frau aus Bad Hersfeld im vergangenen November erlitten haben soll, hat nie stattgefunden

Das ist das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens, das die Staatsanwaltschaft in Fulda jetzt eingestellt hat. Hintergrund der Anzeige sind nach Auskunft von Harry Wilke, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, vermutlich psychische Probleme der Hersfelderin.

Der Vorfall hatte seinerzeit tagelang für Schlagzeilen gesorgt und das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung gestört. Die junge Frau hatte behauptet, am 3. November zur Mittagszeit beim Nordic Walking auf dem Kinderweg von einem männlichen Jogger beim Vorbeilaufen zu Fall gebracht worden zu sein.

Sie sei gestürzt und habe das Bewusstsein verloren. Als sie anderthalb Stunden später wieder zu sich kam, war sie im Gesicht verletzt, ihre Bekleidung einschließlich des Slips heruntergezogen und zerrissen. Aus diesen Umständen ergab sich für die Polizei der Verdacht der Vergewaltigung, der allerdings durch die am selben Tag erfolgte ärztliche Untersuchung im Klinikum nicht erhärtet wurde.

Im Zuge der Fahndung wurde sogar ein Phantombild des vermeintlichen Täters angefertigt und in den Medien veröffentlicht.

Die Angaben der Frau hielten jedoch den weiteren Ermittlungen nicht stand. „Es hat mehrere Widersprüche und Ungereimtheiten gegeben“, berichtete Staatsanwalt Wilke. Ein Täter sei demnach nicht zu ermitteln gewesen.

Weil nunmehr nahelag, dass der angezeigte Vorfall so nicht stattgefunden hat, wurde ein zweites Ermittlungsverfahren wegen falscher Verdächtigung angestrengt. Doch auch dieses Verfahren ist jetzt bei Zustimmung des Gerichts mit Rücksicht auf die mentalen Probleme der Frau wegen geringer Schuld eingestellt worden. (ks)

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