Das sagen Michael Roth (SPD), Torsten Warnecke (SPD) und Andreas Rey (CDU)

Erleichterung ist spürbar: Stimmen zur GroKo aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

Hersfeld-Rotenburg. Die SPD-Mitglieder haben sich entschieden, 66 Prozent stimmten für eine neue Große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel. Dass es nach einer langen Zitterpartie und fünf Monaten politischem Stillstand nun weitergeht, sorgte auch bei Vertretern der an der Koalition beteiligten Parteien im Landkreis Hersfeld-Rotenburg für Erleichterung.

Freut sich über „positiven Ausgang“: Michael Roth. Fotos: nh

„Ich freue mich sehr über den positiven Ausgang“, sagte Staatsminister Michael Roth (SPD), der intensiv für den Koalitionsvertrag mit CDU und CSU geworben hatte. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Aus guten Gründen.“ Die SPD habe mit viel Ernsthaftigkeit und Leidenschaft diskutiert, dass mehr als 78 Prozent der Mitglieder an der Abstimmung teilgenommen haben, sei gelebte Demokratie – er räumte aber auch eine „schwere Krise“ der SPD ein. „Wir müssen wieder einladender, spannender, interessanter, optimistischer werden“, forderte der Staatsminister.

„Das bedeutet harte Arbeit“: Torsten Warnecke.

Auch Torsten Warnecke, SPD-Unterbezirksvorsitzender, wies auf die hohe Beteiligung beim Mitgliederentscheid hin: „Im Gegensatz zu allen anderen Parteien haben bei uns die Mitglieder entschieden“, so Warnecke. Das Ergebnis sei aber auch mit hohen Erwartungen verknüpft. Der Maßstab für die Sozialdemokratie in Regierung und Fraktion sei die Koalitionsvereinbarung: „Wir wissen, dass das harte Arbeit bedeutet.“

Auch kritische Töne: Andreas Rey.

Kritischer dagegen die Töne aus der CDU: Auch er freue sich über die Entscheidung der SPD-Mitglieder, Verantwortung zu übernehmen und den Weg für eine stabile Regierung freizumachen, sagte Andreas Rey, Kreisgeschäftsführer der CDU. Aber: „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich inhaltlich nicht mit allen Passagen zufrieden bin.“ Das gelte insbesondere bei den wirtschaftspolitischen Themen des Koalitionsvertrags. (cig)

Zudem könne er nicht wirklich verstehen, warum es nach dem Votum der Wähler zur Bundestagswahl und dem Bundesparteitagsbeschluss der SPD im Januar nun auch noch einen Mitgliederentscheid gebraucht habe. „Es ist schon ein ungutes Gefühl, das Schicksal unseres Landes in den Händen von 460.000 Parteimitgliedern zu sehen“, sagte der CDU-Kreisgeschäftsführer gegenüber unserer Zeitung. 

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