Erhitzte Gemüter im Badepark - Bändchen fürs Becken werden zu Zankapfel

Ronshausens Bürgermeister fordert Badegäste zu mehr Solidarität auf

Schwimmmeister Oliver Schaffartzick und Ronshausens Bürgermeister Markus Becker – von links – im Badepark.
+
Eigentlich ein durchdachtes System: Da nicht mehr als 60 Badegäste gleichzeitig ins Becken dürfen, setzen Ronshausens Schwimmmeister Oliver Schaffartzick und Bürgermeister Markus Becker – von links – im Badepark auf Bändchen. Nur wer eins hat, darf ins Wasser. Doch das sorgt an heißen Tagen zunehmend für Probleme.

Heiße Tage, erhitzte Gemüter: Mit einem eindrücklichen Appell an die Besucher des Badeparks Ronshausen reagiert Bürgermeister Markus Becker auf die Ereignisse der vergangenen Tage.

Ronshausen – Im Ronshäuser Freibad dürfen zurzeit aufgrund der geltenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen nur noch 250 Besucher eingelassen werden. Um den Abstands- und Hygieneregeln Rechnung zu tragen ist aufgrund der Größe des Schwimmbeckens zudem die Zahl der Badenden im Wasser auf zeitgleich maximal 60 begrenzt. Dies wird mit einer Bändchenregelung kontrolliert – ins Becken darf nur, wer eines der begehrten Bändchen ergattert hat.

„Wären alle fair und solidarisch, so könnten alle Schwimmbadbesucher pro Stunde knapp 15 Minuten im Wasser planschen – doch das klappt zurzeit leider überhaupt nicht“, berichtet Becker. Deshalb musste er am Donnerstag höchstselbst ins Schwimmbad ausrücken und das Becken räumen lassen. „Selbst dafür hat es mehrere Durchsagen gebraucht und es hat mindestens 20 Minuten gedauert, bis ich in meinem Eimer endlich fast alle Bändchen wieder zurückerhalten habe – zum Schluss fehlten immer noch acht“, sagt der Rathauschef auf Anfrage unserer Zeitung.

Sollte unser Bändchen-System am Wochenende erneut kollabieren, werden wir reagieren müssen.

Bürgermeister Markus Becker

Angesichts des zu erwartenden Hitze-Wochenendes appelliert das Gemeindeoberhaupt daher ausdrücklich an die Vernunft aller Badegäste, sich solidarisch zu verhalten. „Sonst sind wir dazu gezwungen, die Zahl der Badegäste, die sich auf unseren großen Liegeflächen coronakonform sehr gut verteilen, wegen der Beckengröße noch weiter zu reduzieren, als dies nötig wäre“, kündigt Becker an. An normalen heißen Tagen kämen gut 1000 Besucher in den Badepark. „Daran kann man ablesen, wie stark wir die Gästezahl ohnehin schon eingeschränkt haben“, sagt der 46-Jährige, der hofft, dass mit Einsicht und Vernunft so doch noch viele Ronshäuser am Wochenende eine Abkühlung in ihrem Freibad nehmen können.

Problematisch sei auch die Zahl der Badegäste, die aus anderen Städten und Gemeinden im Umland nach Ronshausen fahren. Am Donnerstag seien weit über 70 Prozent der Besucher keine Ronshäuser gewesen. „Ich habe sogar viele Kennzeichen aus anderen Landkreisen gesehen“, berichtet Becker. Grund hierfür sei, dass die Beschränkungen bei der Besucherzahl natürlich an heißen Sommertagen auch in allen anderen Freibädern zu großen Engpässen führen.

„Wir versuchen jetzt mit Durchsagen, die alle 15 Minuten zum Wechseln aufrufen, für eine faire Verteilung der Badezeit zu sorgen“, sagt Becker. Er hoffe, dass sich so alle an einen regelmäßigen Bändchenwechsel halten. „Sollte unser Bändchensystem am Wochenende erneut kollabieren, werden wir reagieren müssen“, sagt Becker.

Von Peter Gottbehüt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare