Arbeiten beginnen im August

Erdkabel ersetzt Strommasten: Kleine Station statt hoher Spargel in Ronshausen

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Das kommt in die Erde: Unser Bild zeigt – von links – den Leiter der Netzregion Bebra, Jörg Gisselmann, Ronshausens Bürgermeister Markus Becker und EAM-Regiomeister Sebastian Apel mit dem Schutzrohr samt Stromkabeln und Leerrohr, das ab August zwischen Ronshausen und Faßdorf im Boden verlegt wird. Im Hintergrund der alte Gittermast, der durch die neue kleine Trafostation rechts darunter ersetzt werden wird. Bis zur Kirmes Mitte September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Ronshausen. Die Energie-Netz-Mitte – der Netzbetreiber der EAM - investiert 175.000 Euro in ein neues Leitungsnetz zwischen Ronshausen und Faßdorf. 

Die weithin sichtbare Gittermaststation in Faßdorf und die acht Strommasten aus Holz, die sich entlang der Zufahrtsstraße zum Ronshäuser Ortsteil wie überdimensionale Spargel in den Himmel recken, werden daher bald passé sein: Die Energie-Netz-Mitte baut die alte Strom-Freileitung dort ab und verlegt eine neue Erdverkabelung.

Das kleine Trafohäuschen, das als kompakte Kleinstation den bisherigen hohen Gittermasten in Faßdorf ersetzen wird, steht bereits. Anfang August sollen die Arbeiten beginnen, Mitte September – also exakt rechtzeitig vor der Ronshäuser Kirmes – soll das Kabel in der Erde liegen und angeschlossen sein, erklärt der Leiter der Netzregion Bebra der EAM, Jörg Gisselmann.

Dann kann die rund einen Kilometer lange 20-kv-Mittelspannungs-Freileitung samt ihrer Masten entfernt werden. Ersetzt wird sie durch eine aufgrund der Grundstücksverteilung mit 1,4 Kilometern etwas längere 20-kv-Erdverkabelung. „Damit tragen wir erheblich dazu bei, die Versorgungssicherheit in der Region zu erhöhen“, sagt Gisselmann. Und sein Kollege Sebastian Apel, EAM-Regiomeister, fügt hinzu, dass „angesichts der immer häufiger auftretenden heftigen Stürme und der Gefahr von Windbruch durch das Erdkabel künftig keine Gefahr mehr für die Stromversorgung besteht“.

Umbau kostet 175.000 Euro

Rund 175 000 Euro investiert das Unternehmen in die Umverlegung. Die Gemeinde Ronshausen kostet dies zunächst nichts. Sollten allerdings im Zuge der Arbeiten auf Wirtschaftswegen oder entlang der Straße Schlaglöcher beseitigt werden müssen, dann wird das als Mehraufwand auf Kosten der Gemeinde gleich miterledigt, sagt Ronshausens Bürgermeister Markus Becker. So könne die Gemeinde, wenn ohnehin schon gebaut werde, Synergieeffekte gleich mitnutzen.

Bislang musste die Freileitung alle zwei Jahre gewartet werden – was immer Unterbrechungen in der Stromversorgung bedeutete. „Mit dem Erdkabel kann dies nun während des laufenden Betriebes gemacht werden“, erklärt Apel. Zudem erspare man sich nun in diesem Streckenabschnitt das teils sehr aufwändige Astbeschneiden der Bäume entlang der bisherigen Freileitung. „Das ist künftig nicht mehr nötig und auch die Überprüfung der Erdkabel-Leitung wird wesentlich wartungsfreundlicher“, freut sich Apel.

Und das ist wichtig, denn nicht nur Faßdorf hängt an dieser Leitung, sondern auch die Stromversorgung in Richtung Friedewald ist bei Störungen betroffen. Neben zwei Windrädern ist auch die Handyversorgung eines Mobilfunkanbieters davon abhängig, dass die Leitung unbeschädigt ist.

„Wir sind froh über diese Neuverkabelung, denn neben der höheren Versorgungssicherheit wird auch das Landschaftsbild in diesem Gebiet deutlich verbessert“, sagt Bürgermeister Becker. Positiv sei zudem, dass in dem neuen Schutzrohr, in dem die Stromkabel liegen, auch gleich ein Leerrohr Platz gefunden hat. Durch dieses könne zum Beispiel unproblematisch ein Glasfaserkabel für schnelles Internet eingezogen werden.

Quelle: HNA

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