„Nachmieter" ist die Bundespolizei

Ende der Erstaufnahme: Flüchtlingsunterkunft in Rotenburg schließt diese Woche

Die  ersten Flüchtlinge kommen Im August 2015 mit dem Bus von Gießen in der neuen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Rotenburger Alheimer-Kaserne an, aus organisatorischen Gründen noch über einen Hintereingang.
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Die Anfänge der Erstaufnahme: Im August 2015 kamen die ersten Flüchtlinge mit dem Bus von Gießen in die Rotenburger Alheimer-Kaserne, aus organisatorischen Gründen noch über einen Hintereingang. Das änderte sich rasch.

Für fünf Jahre war die ehemalige Kaserne in Rotenburg Hessische Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. 8500 Menschen wurden in dieser Zeit dort betreut. Nun endet die Ära.

Rotenburg – Jetzt nutzt die Bundespolizei die Alheimer-Kaserne als Ausbildungsstätte. „Es ist gut gelaufen“, fasst Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald die vergangenen fünf Jahre zusammen. Die ersten 49 Flüchtlinge wurden am 3. August 2015 mit dem Bus nach Rotenburg gebracht. Schon im November war die Einrichtung mit rund 850 Menschen belegt – das war nach Angaben des zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen gleichzeitig der Höchststand. Die Zahlen schwankten täglich, weil die Bewohner nur etwa sechs Wochen bleiben sollten – so lange, bis sie nach ihrer Registrierung auf hessische Kommunen verteilt wurden.

Die Ankündigung, dass in Rotenburg eine große Flüchtlingsunterkunft eingerichtet werden sollte, hatte in der Fuldastadt zunächst für große Bedenken und Unsicherheit gesorgt. Auf der anderen Seite standen sofort Menschen bereit, die sich ehrenamtlich in der Einrichtung engagierten. Das RP spricht von über 30 Menschen, die in der Kleiderkammer mitarbeiteten, Lesepatenschaften und Deutschunterricht sowie Verkehrs- und Schwimmunterricht in den Vereinen angeboten hatten. „In dieser Zeit hat sich gezeigt, wie wichtig eine gelungene Krisenkommunikation ist“, sagt Bürgermeister Grunwald. „Wir haben auch den kritischen Stimmen zugehört, die Leute ernst genommen und ihnen Antworten gegeben. Das hat sich gelohnt“, ist sich Grunwald sicher.

Erstaufnahme in der ehemaligen Kaserne hat sich auch finanziell für die Stadt gelohnt

Natürlich gab es auch Probleme, zum Beispiel durch Ladendiebstähle. Die Inhaber hätten jedoch besonnen reagiert, was nicht hoch genug geschätzt werden könne in Bezug auf die negativen Stimmen, die besonders in sozialen Netzwerken laut geworden waren, lobt der Rathauschef.

Auch finanziell hat sich die Erstaufnahmeeinrichtung für die Stadt gelohnt, sagt Grunwald. Die Flüchtlinge wurden als Einwohner gezählt, dadurch gab es mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich. Außerdem hätten sie in der Stadt eingekauft und so für Wertschöpfung gesorgt. (Von Silke Schäfer-Marg)

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