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Eltern üben Kritik am Kitaessen aus dem UBZ in Licherode: „Zu hohe Preise sowie keine kindgerechten Speisen“

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Von: Carolin Eberth

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Das Umweltbildungszentrum in Licherode: Hier wird laut Geschäftsführer Ross jeden Tag frisch, regional und saisonal für beide Alheimer Kitas gekocht. Die Eltern hingegen kritisieren das Essen lautstark im Internet.  
Das Umweltbildungszentrum in Licherode: Hier wird laut Geschäftsführer Ross jeden Tag frisch, regional und saisonal für beide Alheimer Kitas gekocht. Die Eltern hingegen kritisieren das Essen lautstark im Internet.   © carolin eberth

Der Elternbeirat der Kindertagesstätte Haus der kleinen Füße in Heinebach hat jüngst die Petition „’Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt’ war gestern!“ im Internet gestartet.

Heinebach / Baumbach – Das Ziel der Eltern: Sie möchten auf die „langjährige und unzufriedene Essenssituation“ in den Alheimer Kitas Heinebach und Baumbach hinweisen und die Gemeindevertretung und den Ersten Beigeordneten Dr. Andreas Brethauer, derzeit amtierender Bürgermeister, auffordern, auf die Kritik der Elternschaft zu reagieren. Geliefert wird das Essen bislang vom Umweltbildungszentrum in Licherode (UBZ), das nach Informationen unserer Zeitung einen Insolvenzantrag gestellt hat.

Der Elternbeirat habe sich selbst um einen neuen Essenslieferanten gekümmert, „da die aktuelle Situation ein Handeln erfordert“. Zu hohe Preise sowie keine kindgerechten Speisen – wie Bohneneintopf oder Wurstsalat mit riesigen Zwiebeln – seien nur einige Gründe, warum es immer wieder zu Beschwerden kommen würde. Auch seien in den „undefinierbaren Gerichten“ Silberfische gefunden worden, heißt es auf Nachfrage bei den Eltern.

Nach Rücksprache mit dem ehemaligen Bürgermeister Jochen Schmidt wurde ein Probeessen mit einem möglichen neuen Lieferanten vereinbart. Dieses wurde – laut Petition – von den Beteiligten für sehr gut befunden. „Wir bitten Sie um ein Umdenken und vor allem um schnelles Handeln im Interesse unserer Kinder“, heißt es abschließend vom Elternbeirat aus Heinebach.

Bereits bevor die Petition gestartet wurde, ist Dr. Brethauer vom Elternbeirat informiert worden über das positive Fazit des Probeessens. „Ich habe daraufhin eine Gesprächsrunde aller Beteiligten angekündigt, um auch dem bisherigen Lieferanten die Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben. Ich bin meinem Arbeitgeber dankbar, dass dieses Gespräch zügig am Dienstag stattfinden konnte“, sagt Brethauer. „Unter Berücksichtigung aller Aspekte und Sichtweisen habe ich nach dem Gespräch dem Gemeindevorstand nach sorgsamer Abwägung empfohlen, eine schnellstmögliche Neuvergabe in die Wege zu leiten“, so Brethauer.

Stefan Ross, Geschäftsführer des UBZ, sagt zu den Vorwürfen: „Wenn die Eltern Beschwerden und Vorwürfe erheben, bedauern wir das sehr, respektieren aber die elterlichen Bedenken. Nachvollziehen können wir diese Argumentation jedoch nicht.“ Das UBZ bereite schließlich seit vielen Jahren Essen für Kitas und Grundschulen in der Region zu. „Dabei wird unsere Küche von einem Koch, einer Ökotrophologin und der Hauswirtschaftsleitung geführt. Wir haben ein an Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit ausgerichtetes Ernährungskonzept, das sich an den Grundsätzen regional, saisonal und soweit möglich ökologisch erzeugter Zutaten orientiert.

Das Essen wird täglich frisch gekocht und angeliefert. Dieses Konzept ist innovativ und entspricht nicht nur den Grundsätzen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sondern auch den Leitlinien der BNE, Bildung für nachhaltige Entwicklung“, sagt Ross.

Um die Ernährungspläne zu optimieren, würde das UBZ ein umfangreiches System pflegen, von täglichen Rückmeldungen und persönlichen Treffen der Kita-Mitarbeitenden. „Dabei gehen wir auch auf Wunschessen und Vorschläge der Kinder ein. Aus den schriftlichen Rückmeldungen lässt sich auf gar keine Weise die Schärfe und Größenordnung der elterlichen Bedenken ablesen. Wir bedauern die Absage an uns sehr und hoffen, dass die Elternschaft zum Wohl der Kinder gute Entscheidungen treffen wird“, sagt Ross.
(Carolin Eberth)

Die Kritikpunkte am Kitaessen aus dem Artikel stammen hauptsächlich von der öffentlichen Internet-Petition des Elternbeirates in Heinebach und von Aussagen der Eltern. Der Elternbeirat Heinebach hat sich nicht an unsere Zeitung gewandt und wollte sich auch nicht ausführlicher dazu äußern.

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