Hausmeisterdienst berichtet

Ekel-Aktionen und Diebstahl: Kundenverhalten in Rotenburger Einkaufszentrum schockiert

Rotenburg. Zerstörte Abfalleimer, verstopfte Toiletten und mit Kot beschmierte Wände: Das alles begegnet den Mitarbeitern des Hausmeisterservice im Rotenburger Einkaufszentrum immer wieder.

Dass Fahrstühle im Rotenburger Einkaufszentrum oder an der Bahnüberführung manchmal nicht funktionieren, gehört zu den Dauerbrennern der Kundenkritik. Mangelhafte Wartung ist allerdings nicht der Grund für verschlossene Fahrstuhltüren. Da sind sich Ingo und Gabriele Behrend sicher.

Mit ihrem Rotenburger Gebäudeservice-Unternehmen haben sie die Hausmeistertätigkeiten im Auftrag der Chemnitzer Firma Facility East übernommen und berichten haarsträubende Vorfälle – von Kunden verursacht.

Gabriele Behrend

So würden die Fahrstühle in den allermeisten Fällen mutwillig lahmgelegt. Die empfindliche Infrarotschranke, die das Öffnen und Schließen der Türen regelt, wird nach Erfahrung von Ingo Behrend mal mit brutaler Gewalt, mal durch geschicktes Drehen der Einstellungsknöpfe lahmgelegt. Es wurden schon mit Stöcken Stofffetzen hinter die Schiebetüren gestopft, um das System auszuhebeln. Oder einfach gegen die Tür getreten. „Morgens lasse ich den Service kommen, am Abend ist der Fahrstuhl wieder kaputt“, sagt Behrend.

Außer Betrieb: Fahrstühle wurden mutwillig lahmgelegt.

Einmal in Fahrt, erzählt das Paar von Vandalismus, der auch jenseits der Ekelgrenze liegt. So fänden ihre Angestellten die Toiletten manchmal in einem unbeschreiblichen Zustand vor. Kot, verteilt auf Wänden, Fußboden und im Waschbecken, Cola-Dosen, die in Abflussrohre der Toiletten gepresst werden. „Wir schütteln nur noch den Kopf, wenn unsere Mitarbeiter Fotos schicken“, sagt Gabriele Behrend.

Bizarr wird es beim Thema Diebstahl: Klopapier wird massenweise gestohlen, sogar Schläuche werden abmontiert und mitgenommen. Erwischt wurde auch schon ein Kunde, der die Hygienebeutel für Damenbinden gestohlen hatte, weil die „die richtige Größe fürs Frühstücksbrot“ hätten, wie Behrend weiter erzählt. Klopapierdiebstahl hat zur Folge, dass nachfolgende Kunden Papierhandtücher zweckentfremden. Und die wiederum verstopfen Toilettenrohre.

Warum sich manche Kunden so benehmen, wissen die Behrends nicht. Erwischt wurden schon ganz „normale“ Bürger der Stadt, die sich Einkaufstüten mit Klopapierrollen vollgestopft hatten. Aber auch Jugendliche mit großer Klappe erschweren den Hausmeisterdienst, wenn sie Kartoffelchips im Flur verteilen oder die Haltefähigkeit von Papierkörben testen, indem sie sich darauf setzen. Wer erwischt wird, bekommt Hausverbot.

Ansonsten sind die Behrends ratlos. „Wir können nicht rund um die Uhr vor Ort sein. Und wir können auch nicht jede Stunde putzen lassen. Wir haben auch schon an einen Security-Dienst gedacht. Aber wer soll das alles bezahlen?“ Die Mieter jedenfalls könnten das nicht.

Das sagt der Edeka-Betreiber

Christian Lange, der mit seinem Edeka-Markt Hauptmieter im Rotenburger Einkaufszentrum ist, bedauert es sehr, dass seine Kunden unter dem Fehlverhalten einiger weniger leiden müssen. „Es ist schade, dass sich einige nicht benehmen können“, sagt er. Aber in einem öffentlichen Haus wie dem Einkaufszentrum, wo sich zeitweise 2000 Kunden aufhalten, sei es nicht möglich, alles ständig zu kontrollieren. 

„Wir sind natürlich bestrebt, den bestmöglichen Service zu leisten und die Probleme so schnell wie möglich zu lösen, aber manches geht einfach nicht immer von jetzt auf gleich“, sagt Lange. „Manchmal muss auch auf Ersatzteile gewartet werden, und das dauert.“ Lange betreibt den Edeka-Markt seit der Eröffnung des Einkaufszentrums 2013 und ist grundsätzlich zufrieden mit der Entwicklung seines Marktes und dem Branchen- und Markenmix, der den Kunden im Zentrum geboten wird. „Da kann sich so mancher eine Scheibe abschneiden.“

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