Kapelle besteht seit 90 Jahren

Eisenbahn-Blasorchester Bebra feiert Jubiläum mit Konzert

Wer gut sein will, muss regelmäßig proben: Die Musiker des Bebraer Eisenbahn-Blasorchesters treffen sich sommers wie winters im Aufenthaltsraum der auf der nordöstlichen Seite des Bahnhofs gelegenen ehemaligen Rottenbude. Igor Karassik (links), der nach Karl Hofmann, Heinrich Kersch, Otto Eichhorn und Josef Koster fünfte Dirigent der 1928 gegründeten Vereinigung, achtet geduldig darauf, dass alle den richtigen Ton treffen. In der ersten Reihe sitzen der ehemalige Vorsitzende Dirk Richter (links) und die jüngste Mitspielerin Lea Paulus (zweite von rechts). 

Das Eisenbahn-Blasorchester besteht seit 90 Jahren und feiert sein Jubiläum am 8. September mit einem Konzert in Ellis Saal in Weiterode.

Seit fast 20 Jahren probieren die Musiker des Eisenbahn-Blasorchesters Bebra freitags um 20 Uhr im Aufenthaltsraum der auf der nordöstlichen Bahnhofsseite gelegenen ehemaligen Rottenbude, ob sie’s noch können. Und wie sich das zuletzt einstudierte Stück anhört.

Seit einiger Zeit üben sie ein Programm ein, das sie am Samstag, 8. September, 19 Uhr, aus Anlass des 90-jährigen Bestehens der Vereinigung in Ellis Saal in Weiterode präsentieren wollen. „Es ist eine Art Zeitreise durch 90 Jahre, und es spiegelt Vieles von dem wider, was wir „in wunderbaren Jahren erlebt haben“, verrät Hans-Joachim Becker, der durch den Abend führen wird.

Auf den guten Ton achtet wie immer Igor Karassik, der den altersmäßig breit aufgestellten Klangkörper seit vielen Jahren leitet und immer wieder neu inspiriert.

Seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass als Jüngste zwei 15-Jährige, Luisa Funk und Lea Paulus, mitspielen, und dass der 85-jährige Wilhelm Böttner dem Orchester bis heute treu verbunden ist.

Ohne Karassik wären auch Johannes und Ralf König nicht mit dabei, denn es war Karassiks junger Musikschüler Johannes König, der seinen Vater Ralf zuerst für böhmische Blasmusik und dann für das zur Stiftungsfamilie BSW & EWH gehörende Orchester begeisterte.

Aus dem Schatzkasten: David Gollmer hält stolz eine Medaille in Händen, die „sein“ Orchester schon lange vor „seiner“ Vorsitzendenzeit bei einem Marschmusik-Wettbewerb im niederländischen Kerkrade gewonnen hat.

Das Generationen-Übergreifende sieht David Gollmer, der amtierende Vorsitzende der Vereinigung, die früher auch gerne als „Kapelle Hunger unn Dorscht“ bezeichnet wurde, als Charakteristikum des Orchesters an.

„Die Alten haben die Jungen an die Hand genommen und überall mithingenommen“, sagt der Weiteröder.

„Männer wie der verdienstvolle ehemalige Vorsitzende Heinrich Thon waren so etwas wie die Seele des Orchesters.“ Die und den guten Geist pflegen die Bebraer Musiker, von denen nur noch zwei waschechte Eisenbahner sind, bis heute, was sich nicht nur bei Proben, sondern auch bei Auftritten und Vereinsfahrten zeigt.

Eine führte vor drei Jahren zu einem Weinfest im pfälzischen Lauterecken, wo die gleichnamige BSW Eisenbahn-Blaskapelle zu Hause ist. Diese hat sich zum Jubiläum zum Gegenbesuch angesagt, und natürlich wird sie in Ellis Saal auch mit einem eigenen Programm – mit dem „Hessenlied“ als Sahnehäubchen – aufwarten.

Beide Orchester laden darüber hinaus am Sonntag, 9. September, ab 10.30 Uhr zu „zünftiger Blasmusik“ im Biergarten des Hessischen Hofs in Bebra ein. Für Getränke und Leckereien vom Grill sorgt das Team von Thorsten Rehs.

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