Abschluss mit Prominenten

Ein Ort des Respekts: SV Rotenburg für vorbildliche Integration ausgezeichnet

Teamgeist: Den Abschluss der Veranstaltung bildete das Fußballmatch einer Prominentenmannschaft gegen eine Auswahl von Bewohnern der Flüchtlingsunterkunft. Mit dabei Fußball-Legende Dragoslav Stepanovic (Zweiter von rechts), Ex-Nationalspielerin Kerstin Garefrekes (Erste von rechts, vorn) und Fußballtrainer André Schubert (Vierter von rechts).

Rotenburg. Der SV Rotenburg wurde am Samstag für seine Verdienste bei der Integration von Flüchtlingen bei der Abschlussveranstaltung der Kampagne "Respekt im Sport" ausgezeichnet.

Die gesellschaftliche Herausforderung durch die große Zahl an Flüchtlingen sei in der Vergangenheit groß gewesen, und sie bleibe groß. Daran erinnerte Hessens Innenminister Peter Beuth bei seinem Besuch am Samstag in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Der Minister würdigte dort bei der Abschlussveranstaltung der Kampagne „Respekt im Sport“ die besonderen Verdienste des SV Rotenburg mit einer Auszeichnung. Rotenburg sei ein Ort, an dem Integration gut gelinge und die Weichen für die Zukunft gestellt seien.

Innenminister Peter Beuth ehrte den SV Rotenburg und überreichte eine Urkunde an von links Stefan Kost-Siepl, Dieter Kollmann und Michael Barboseck vom SV Rotenburg. Es gratulierten auch Regierungspräsidenten Christoph Ullrich und Bürgermeister Christian Grunwald.

„Jahr des Respekts“ heißt die Initiative der Landesregierung, in die „Respekt im Sport“ eingebettet ist. Mit Veranstaltungen und Auszeichnungen will sie Mut machen und Integration fördern. „Der SV Rotenburg ist ein leuchtendes Beispiel, wie Vereine Werte wie Respekt, Toleranz und Fairplay vermitteln können“, sagte Beuth und überreichte Stefan Kost-Siepl, Dieter Kollmann und Michael Barborseck vom SV die Urkunde, die den Verein als „Ort des Respekts“ auszeichnet und mit einer finanziellen Zuwendung von 3000 Euro verbunden ist.

Verdient hat sich der Verein die Auszeichnung durch sein Engagement: Dreimal wöchentlich trainieren Rotenburger Fußballer zusammen mit Flüchtlingen auf dem Gelände der früheren Kaserne. „Wir wollen es den Menschen einfacher machen, in Deutschland Fuß zu fassen“, so Kost-Siepl. Den 19-jährigen Flügelspieler Mohammed Sami Ali aus dem Irak hat der SV auf diese Weise schon für die erste Mannschaft gewonnen. Immer wieder beteiligte sich der Verein an Sportveranstaltungen der Rotenburger Flüchtlingseinrichtung.

Gelungene Integration

Beispiele gelungener Integration gab es reichlich am Samstag: Der 18-jährige Afghane Said Nourullah Mosavi, der in Eschwege lebt und Sport-Akrobatik bei Birgit Klingenhöfer in Lispenhausen trainiert, zeigte zusammen mit dem zehnjährigen Eric Haifl aus Bebra eine beeidruckende Darbietung. Gemeinsam haben sie zweite Plätze bei hessischen und deutschen Meisterschaften belegt. 

Akrobatisch: Birgit Klingenhöfers Schützlinge Said Nourullah Mosavi, Eric Haifl, Sarah Janczik und Leonie Klingenhöfer zeigten beeindruckende Sportakrobatik-Darbietungen (von links).

Der dreißigjährige Syrer Wael Shueb aus der Nähe von Offenbach gab den Besuchern Karate-Unterricht: Ihm ist es gelungen, sich für die kommenden Olympischen Spiele zu qualifizieren. Die Veranstaltung zeigte außerdem, wie vielen Menschen die Flüchtlinge am Herzen liegen: Die Rotenburger Jazztänzerinnen gaben eine Vorstellung, die Volleyballer und Basketballer spielten gegen Mannschaften aus Flüchtlingen, und auch Prominente ehrten die Veranstaltung mit ihrem Besuch.

Fußball-Legende Dragoslav Stepanovic kam einst selbst als serbischer Flüchtling nach Deutschland. „Durch den Sport sind Menschen schnell zu integrieren“, so Stepanovic. Zum Abschluss der Veranstaltung trat eine Prominenten-Mannschaft mit bekannten Sportlern wie Fußballtrainer André Schubert oder der früheren Nationalspielerin Kerstin Garefrekes gegen ein Team der Flüchtlingsunterkunft an.

Die Flüchtlinge gewannen mit 7:3.

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