Ladenabend in Rotenburg

Ein Duo spielt Abba in Rotenburg auf ganz eigene Art

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Mit Augenzwinkern und neu arrangiert: vorn Benjamin Schaub (Gitarre), am Flügel Stefan Kling präsentierten die alten Abba-Songs und begeisteren die Fans der Originale ebenso wie diejenigen, die Abba eher distanziert gegenüber stehen.

Rotenburg. Der fulminante Auftakt hatte ein bisschen was von „On The Road Again“, als Stefan Kling so kraftvoll in die Tasten und Benjamin Schaub in die Saiten griff.

Aber nein, es war „Waterloo“ von Abba, der Hit, mit dem die Schweden 1974 den Eurovision Song Contest gewannen und der ihren Erfolg begründete.

Beim ersten Ladenabend in den ehemaligen Geschäftsräumen von Fleischhut im Rotenburger Steinweg waren die großen Songs der Pop-Band alle zu hören, von „Mamma Mia“ bis zu „Thank you for the Music“. Stefan Kling und Benjamin Schaub hatten sie in ganz neue Arrangements verpackt, aber trotzdem versucht, die Seele der Stücke zu bewahren. Sympathische Moderationen stellten die Lieder in den zeitlichen und persönlichen Kontext der beiden Interpreten.

Funk, Blues, Latin

„Fernando“ kam mexikanisch mit Schmacht, Verve und romantischen Klavierklängen daher, steigerte sich in Rhythmus und Lautstärke. Funk und Blues verpassten „Knowing me, knowing you“ einen ganz neuen Charakter. „Macht mit, uns stört das nicht“, hieß es bei der „Dancing Queen“, die tanzbar in Latin Funk gekleidet war und zu der es die Refrain-Texte zum Mitsingen gab.

Mit dem ersten Ladenabend des Vereins Gemeinsam in Rotenburg möchte man laut Vorsitzendem Karl-Heinz Lies etwas gegen den Leerstand der Geschäfte tun. „Es liegt an uns“, sagte Lies. Der erste soll nicht der letzte sein. Welch eine tolle neue Atmosphäre mit Musik und Licht (Axel Deubner) in die Räume gezaubert werden kann, hat das Publikum bei dem ausverkauften Konzert erleben können. Im Herbst soll es aufgrund der großen Nachfrage ein zweites Mal gespielt werden, ein Beatles-Programm mit Kling und Schaub ist in Planung.

Die beiden großartigen Musiker, die durch glückliche Umstände (wieder) in unserer Region gelandet sind, stellen eine fantastische Bereicherung dar. Wir sehen sie hoffentlich demnächst häufiger – auch mal mit einem Jazz-Programm.

Das Publikum jedenfalls war begeistert, darunter auch solche, die wussten, dass von Kling und Schaub starke Grooves, Jazz und Funk zu hören sein würden und kein reiner Bonbon-Pop. „Money, Money“ aber gab es am Schluss zum Mitsingen.

Quelle: HNA

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