Ehemaliger Baumarkt als Unterkunft für Flüchtlinge im Gespräch

Gebäude am Herkuleskreisel in Bebra: Es steht leer, seit der Baumarkt in einen Neubau gezogen ist. Im hinteren Bereich befindet sich ein Postverteilzentrum. Archivfoto: Linke

Bebra. Das leerstehende Gebäude in Bebra, das zuvor einen Baumarkt beherbergte, könnte möglicherweise Unterkunft für 500 Flüchtlinge werden.

Der Landrat prüft zurzeit sechs ehemalige Industriegebäude im Kreisgebiet, ob sie für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können, darunter auch das Marktgebäude am Herkuleskreisel in Bebra. Das erklärte auf Anfrage Dirk Herrmann, Pressesprecher des Kreises.

Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Wenn man aber die Nutzung von Sporthallen vermeiden wolle, kämen Gebäude wie das ganannte in Betracht.

Laut Herrmann möchte man die Zeit nutzen, in der noch keine Flüchtlinge in großer Zahl angekommen sind, um Räumlichkeiten vorzubereiten. Sie müssen nicht nur mit Betten und Sanitäranlagen ausgerüstet werden, sondern auch brandschutztechnisch in Ordnung sein, über Fluchtwege verfügen und vieles mehr.

Mit etwas zeitlichem Vorlauf könne man die Unterbringung „etwas netter“ gestalten, als wenn man innerhalb von 48 Stunden den Menschen eine Bleibe schaffen müsse, sagte Herrmann. Man benötige zwei bis drei Objekte im Kreisgebiet, um die erwarteten 1000 Menschen unterbringen zu können. Außerdem brauche man einen Mietvertrag, gab Herrmann zu bedenken. Ein Teil des ehemaligen Baumarkts wird noch bis Ende des Jahres von der Post als Verteilzentrum genutzt.

Gesucht werden auf jeden Fall größere Objekte im Kreisgebiet, in denen 250 oder mehr Personen Platz finden können.

Uwe Hassl, Bürgermeister in Bebra, hatte am Sonntag auf seiner persönlichen Facebook-Seite geschrieben, dass das Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen im Gespräch ist. Der Landrat habe ihn informiert, dass der Kreis das Gebäude ins Auge gefasst habe. Er habe die Bevölkerung rechtzeitig unterrichten wollen, was da komme, erklärte Hassl.

Nach über 80 Kommentaren auf seiner Facebook-Seite habe er das Ganze gelöscht. Die Kommentare seien teilweise abgedriftet, sagte Hassl. Er wies darauf hin, dass die seit kurzem in Solz lebenden 32 Flüchtlinge dort sehr gut aufgenommen worden sind. Solz sei ein Vorzeigebeispiel.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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