Am Freitag geht's los

Druck machen im Kesselhaus: Bebraer Verein lädt zur Putzaktion ein

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Festsaal mit Industriecharme: Die Vergangenheit des Kesselhauses als Wärmelieferant für den Bahnhof ist auch nach dem Umbau noch gut zu erkennen.

Das neue Stadtteilzentrum im Kesselhaus am Bebraer Bahnhof soll noch vor den Sommerferien startklar sein.

Bebra – Hier und da bröckelt der Putz, dicke Rohre ragen aus der Wand. Eine dichte Staub- und Dreckschicht bedeckt den Boden. Nur Letzteres soll sich bis zur ersten Feier in Bebras neuem Stadtteilzentrum noch ändern: Das Kesselhaus – Teil des Bahnhofensembles, das derzeit saniert und umgebaut wird – hat bewusst einen rustikalen Charme. Und ist so gut wie fertig. Der Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra will zum kommenden Wochenende eine große Reinemach-Aktion starten.

Starklar noch vor den Sommerferien: Das neue Stadtteilzentrum im Kesselhaus am Bebraer Bahnhof.

„Wir nehmen gern auch jemanden, der die Putzerkelle schwingen kann“, sagt der Vereinsvorsitzende Robert Cavalier. Einige Dellen in der Wand sollen schon noch verschwinden. Sonst geht es vor allem ums Saubermachen: Der ganze Dreck muss raus, jede helfende Hand ist willkommen.

Im April 2018 war der markante und 28 Meter hohe Schornstein vor den Türen des Kesselhauses nach drei Monaten Arbeit wieder wetterfest, seitdem wurde das Dach ausgetauscht und im Innenraum gearbeitet. So mussten etwa die riesigen alten Dampfkessel, die ab den 1960er-Jahren im gesamten Bahnhof Sozial- und Verwaltungsräume, Büros und Dienstwohnungen sowie das Inselgebäude und die Stellwerke mit Wärme versorgten, zerschnitten und abtransportiert werden. Das habe mit Blick auf die Atmosphäre des Kesselhauses zwar wehgetan, sagt SEB-Chef Stefan Knoche. Doch sonst sei in dem Festsaal kein Platz für etwa 120 stehende Gäste, die dort hineinpassen sollen. Zudem wurden Fenster, Türen und Fließen ausgetauscht.

Im Sanitärbereich installiert Toni Schuchmann eine Vorwand für Waschbecken und WC, die anschließend mit Rigips verkleidet wird

„Wer hier feiern will, tut das, weil er das Ambiente gut findet“, so Knoche. So wird beispielsweise eine Plattform mit Kessel und Co. bei Veranstaltungen über den Köpfen der Zuschauer schweben. Allerdings nur zur Zier, nicht als Empore für Feierwütige – zu gefährlich, so Knoche.

Das Kesselhaus sei „sicher nicht das Richtige für eine Hochzeit mit weißen Tauben und Kutschen“, sagt der SEB-Chef. Dennoch reite man in Bebra mit einem solchen Veranstaltungsort eine bundesweite Welle, ist sich Wolf-Dietrich von Verschuer vom Förderverein sicher: „Das ist gerade absolut en vogue“, sagt der stellvertretende Vorsitzende und nennt etwa das E-Werk in Eschwege als Vergleich.

Noch fehlt im Kesselhaus der Thekenbereich, der im linken Seitenraum der Haupthalle entstehen soll. Die Räume rechts werden als Lagerfläche genutzt. Auch an der Beleuchtung arbeitet die Firma Elektro Zang aus Bebra noch, zwei Lichtschienen sollen sich durch das Gebäude ziehen. Die Toiletten im Eingangsbereich werden derzeit von den Handwerkern der Lispenhäuser Firma Dürnfelder fertiggestellt.

Dieses Foto zeigt den Blick von der Empore auf den Eingangsbereich.

Bevor im benachbarten Lokschuppen im Juli beim Volldampf-Festival gerockt wird, soll das Kesselhaus fertig sein. Das geplante Reinemachen zum Start ins Wochenende ist auch eine vorgezogene Aktion zum Tag der Städtebauförderung am 11. Mai: Die Umgestaltung des Kesselhauses kostet etwa 240 000 Euro, sie wird überwiegend mit Geld aus dem Stadtumbauprogramm des Landes Hessen finanziert.

Geputzt wird im Kesselhaus am Freitag, 3. Mai, ab 14 Uhr und am Samstag, 4. Mai, ab 9 Uhr. Für einen Imbiss und Getränke ist gesorgt.

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