Warnung der DLRG nach tödlichem Badeunfall in Breitenbach

Gefährliches Baden: Ein 24-jähriger Eritreer ist am Dienstag im Breitenbacher See ertrunken. Bei einer großen Suchaktion mit 100 Helfern konnte nur noch seine Leiche geborgen werden. Foto: Geier

Breitenbach. Der tödliche Unfall wirft Fragen der Sicherheit beim Baden im Breitenbacher See auf. Die DLRG warnt davor, die Gefahren eines Baggersees nicht ernst zu nehmen.

Ein 24-jähriger Flüchtling aus Eritrea war am Dienstagnachmittag im See ertrunken. Er wie auch seine beiden Begleiter konnten nicht schwimmen, waren aber trotzdem an einer abgelegenen Stelle ins Wasser gegangen. Dort ist Baden zwar ausdrücklich verboten, doch die Schilder hat das Trio nicht beachtet.

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Andreas Tamme, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbands Bebra, ist skeptisch, ob es geholfen hätte, wenn auf den Schildern statt deutschem Text universal verständliche Symbole gestanden hätten. „Auch viele Deutsche lassen sich von Verbotsschildern nicht abschrecken, sie gehen trotzdem ins Wasser“, weiß Tamme, der selbst bei der Suche nach dem Ertrunkenen dabei war.

Es war nicht der erste Badeunfall mit Migranten in diesem Jahr. Erst Mitte Juni ist ein 19-Jähriger aus dem Sudan in einem Baggersee bei Göttingen ertrunken, und auch in Bayern gab es in dieser Saison schon mehrere Badeunfälle mit Asylbewerbern. Nach Auskunft des DLRG-Bundesverbands könne man aber noch nicht von einer besonderen Häufung sprechen, sagt Tamme.

Er nimmt aber an, dass vielen Flüchtlingen die Sensibilität für die besonderen Gefahren von Gewässern wie dem Breitenbacher See fehle, die sie aus ihrer Heimat in dieser Art nicht kennen. Schon deutsche Badende seien sich dessen oft nicht bewusst, sagt Tamme aus Erfahrung.

Sein Rat ist daher ganz klar: „Wer nicht schwimmen kann, sollte nicht ins Wasser gehen.“ Es gebe viele Gefahren: Schon in knöcheltiefem Wasser könne man wegrutschen, im weichen Schlickboden einsinken oder sich in Unterwasserpflanzen verheddern. Ungeübte Schwimmer geraten da leicht in Gefahr.

All das ist gerade im hinteren Teil des Breitenbacher Sees gegeben, wo die Eritreer ins Wasser gingen. „Es gibt sehr starke Unterschiede im See“, sagt Tamme, „deshalb sollte man nur im vorderen Teil am Campingplatz baden, wo sich viele Menschen aufhalten.“ Dort sind an den Wochenenden häufig auch DLRG-Mitglieder vor Ort.

Der See ist aber kein offizielles Badegewässer, erklärt Stefan Knoche von der Stadtentwicklung Bebra. Es gibt keine durchgängige Badeaufsicht, und auch dass die Wasserqualität des Sees regelmäßig geprüft wird, heiße nicht, dass es eine Badeanstalt ist.

Wer in den See geht, mache das immer auf eigene Gefahr, sagt Knoche. Auch die Verbotsschilder änderten aber nichts an dem tragischen Tod des jungen Mannes, der unter großer Lebensgefahr nach Deutschland geflüchtet ist. „Das ist doch zum Verrücktwerden, wenn man darüber nachdenkt“, sagt Knoche.

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Quelle: HNA

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