Kreisverbandstagung

DLRG: Zahl der Schwimmer sinkt - Erwachsene oft zu leichtsinnig

Ehre, wem Ehre gebührt: Mit DLRG-Verdienstabzeichen in Bronze, Silber und Gold sowie mit der Silbernen Katastrophenschutz-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet präsentieren sich Marco Klemenz (von links), Dominic Hofmann, Dirk Willingshöfer, Christian Wilker, Sabine Schade, Jens Kraus, Herbert Hildebrand, Manuela Ruch, Jürgen Brill, Christine Triebstein, Landrat Dr. Michael Koch und Oliver Weber. 

Obersuhl. Die DLRG im Kreis Hersfeld-Rotenburg fordert, dass Kinder spätestens nach dem Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Auch Ehrungen und Lob gab es bei der Tagung.

Bestes Badewetter hatten sich die Delegierten der acht Ortsvereinigungen des Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) für die Kreisverbandstagung im Obersuhler Bürgerhaus bestellt.

Der frisch gewählte Kreisverbandsleiter Jürgen Brill wies schon ganz am Anfang des alle drei Jahre stattfindenden Treffens mit einem eindrucksvollen Kinospot auf die Kernaufgabe der DLRG hin, in dem der dramatische Überlebenskampf eines ertrinkenden Kindes nachgestellt wurde. „Dafür, dass eine solche Situation erst gar nicht entsteht beziehungsweise ein glückliches Ende findet, stehen wir ein.“

Brill beklagte, dass immer weniger Menschen sicher schwimmen können. Bei Kleinkindern sei es nach wie vor so, dass Gefahren nicht richtig eingeschätzt würden, und bei Erwachsenen sei festzustellen, dass viel zu viele „zu wenig wachsam oder gar leichtsinnig“ seien. Es gelte, gegenzusteuern und dafür zu sorgen, dass Kinder spätestens nach dem Ende der Grundschulzeit schwimmen können. Die Politik müsse dafür Sorge tragen, dass in ausreichendem Umfang Schwimmbäder für Unterricht zur Verfügung stehen und Förderprogramme in Anspruch genommen werden.

Brill thematisierte auch die „multimediale Überflutung in den Familien“, die dazu führe, dass „Stubenhocker und Bewegungsmuffel“ erzogen würden. „Noch leben wir als Eltern unseren Kindern das Ehrenamt vor. Aber wird sich das auch in Zukunft mit Ganztagsschulbesuch und Berufsausübung vereinbaren lassen?“

„Sie sind immer da, wenn wir Sie brauchen“, unterstrich Landrat Dr. Michael Koch, der dem DLRG-Kreisverband nicht nur für dessen wertvolle Schwimmerziehung dankte, sondern auch für den Einsatz bei der Bereitstellung von Flüchtlingsunterkünften.

Ehrungen

Mit dem DLRG-Verdienstabzeichen wurden geehrt: • in Bronze: Dominik Hofmann, Marco Klemenz, Dirk Willingshöfer, verhindert: Carsten Heinz (alle Heringen); verhindert: Sascha Schlosser (Wildeck) 

• in Silber: Manuela Ruch, Christian Wilker, verhindert: Thomas Schaft (alle Heringen), Jens Krause, Sabine Schade, verhindert: Eugen Gräf (alle Wildeck) 

• in Gold: Herbert Hildebrand (Heringen), ein - so Jürgen Brill - „Veteran“ des Deutschen Roten Kreuzes und der DLRG. Seit 1977 ist er bei der DLRG in verschiedensten Ämtern und Funktionen tätig. Unter anderem war er auch viele Jahre auf der Insel Fehmarn im Rettungseinsatz. Für 25-jährige örtliche und überörtliche Tätigkeit im Bereich der Wasserschutzrettung wurde Oliver Weber (Rotenburg) mit der Silbernen Katastrophenschutz-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet. 

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