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DJ-Dauerstream aus Bebra knackt den Weltrekord

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Von: Clemens Herwig

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Vom Erfolg gezeichnet: DJ Jack Lack hat den Rekordversuch im Internet gemeinsam mit der Bebraer Agentur Taktgefühl ins Leben gerufen – und sprang immer wieder an den Plattentellern ein, wenn der Konzertmarathon ins Wanken geriet.
Vom Erfolg gezeichnet: DJ Jack Lack hat den Rekordversuch im Internet gemeinsam mit der Bebraer Agentur Taktgefühl ins Leben gerufen – und sprang immer wieder an den Plattentellern ein, wenn der Konzertmarathon ins Wanken geriet. © Taktgefühl

Der „Raidtrain“ fährt mit wummernden Bässen in den Siegerbahnhof ein:

Bebra – Am Dienstagnachmittag hat der Konzertmarathon im Internet mit den Initiatoren aus Bebra die 245-Stunden-Marke geknackt. Das ist noch keiner vergleichbaren Veranstaltung gelungen – zumindest nicht mit Brief und Siegel. Noch steht die Bestätigung durch das Rekordinstitut für Deutschland (RID) aus. Doch die Veranstalter sind siegessicher und wollen es Nachahmern schon jetzt möglichst schwer machen.

„Die Stimmung ist gigantisch und sehr emotional“, sagt Patrick Kreuzberger vom Organisationsteam, der sich seine Mittagspause extra so gelegt hatte, dass er beim Knacken der bisherigen Bestmarke dabei sein konnte. Seit dem 1. Januar werden auf der Streamingplattform Twitch Livekonzerte von DJs ohne Pause aneinandergereiht – seitdem steht der Gilfershäuser unter Strom.

Event soll bis Samstagmitternacht weiterlaufen, um möglichst viele „Bonusmeilen“ zu sammeln

Völlig entspannen kann er auch jetzt noch nicht: Das Event soll bis Samstagmitternacht weiterlaufen, um möglichst viele „Bonusmeilen“ zu sammeln, die der nächste Rekordversuch dann erst einmal erreichen müsste. „Die DJs haben weiter unglaublich Bock drauf“, sagt Kreuzberger. Mehr als 70 Mischpult-Künstler werden bis zum Wochenende am Dauerstream beteiligt sein.

Die Veranstalter mussten früh einen nächtlichen Kriseneinsatz bewältigen (wir berichteten), gingen dann aber bis auf einen kleineren technischen Schluckauf hier und da auf Rekordkurs. Am Dienstag hatte der Marathon-Stream laut Kreuzberger bereits insgesamt 50 000 Menschen erreicht. Nun muss die Dokumentation des Rekords – die mit einer Datenmenge von mehr als 300 Gigabyte eine gängige Festplatte füllt – an das RID geschickt werden. Spätestens in zwei Wochen rechnet der Gilfershäuser mit einem Ergebnis der Auswertung.

Dann soll auch in Bebra gefeiert werden, wo die Eventagentur von Kreuzberger und Partner Simon Becker aus Lispenhausen zu Hause ist. Pandemiebedingt steht die Planung noch nicht – eine Party mit wummernder Musik hat es jenseits des Internets eben derzeit nicht leicht.

Stichwort „Raidtrain“:

Der Begriff setzt sich aus dem englischen „Raid“ („Überfall“) und „Train“ („Zug“) zusammen und bezeichnet im Internet eine Zuschauergruppe, die wiederholt geballt von einem Stream zum nächsten weiterzieht oder weitergeleitet wird und die Zuschauerzahlen dort schlag- beziehungsweise „überfallsartig“ erhöht. 

(Clemens Herwig)

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