Bundesstraße 83 bei Lispenhausen

SPD-Landtagsabgeordneter Franz: Ortsumgehung endlich schneller planen

Über fünf Jahre alt: Unser Archivbild zeigt ein Plakat am Ortseingang von Lispenhausen zur Hochzeit der Debatte um die Ortsumgehung. Damals gab es je eine Bürgerinitiative für und gegen die Umgehung. Foto: Vöckel

Lispenhausen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz fordert die Einrichtung einer Arbeitsgruppe (Task Force), um das Projekt Ortsumgehung Lispenhausen zu beschleunigen.

Vor fünf Jahren hatte es einen Bürgerentscheid für die Ortsumgehung gegeben, vor sechs Jahren war das Projekt in einer Bürgerversammlung vorgestellt worden, insgesamt wird der Bau seit über 50 Jahren gefordert.

Franz hat eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zum Thema gestellt und ein Gespräch mit Verantwortlichen der Planungsbehörde Hessen Mobil geführt. Gegenüber unserer Zeitung erklärte er: „Ein Riesendrive steht nicht hinter der Umsetzung der Ortsumgehung. Es scheint ein Projekt für die Ewigkeit zu werden. Das ist einfach nur ein Trauerspiel.“

Kein Planungsauftrag

In der Tat ist es gespenstisch ruhig geworden um den Bau der Ortsumgehung und – besonders seit der Schließung der Alheimer-Kaserne – den Bau einer dritten Fuldabrücke. Für die Brücke liegt auch in diesem Jahr bei der Planungsbehörde Hessen Mobil kein Planungsauftrag vor. „Ich gehe davon aus, dass das Thema klassisch beerdigt wurde“, sagte Dieter Franz.

DieterFranz (SPD)

Die dritte Fuldabrücke, die den Verkehr vom Gewerbegebiet unterhalb der Kaserne direkt zur Bundesstraße 83 ableiten sollte, ist offenbar für die Landesregierung kein Projekt mehr. Trotz des Versprechens von Ministerpräsident Volker Bouffier, die Brücke bauen zu lassen, um eine wirtschaftliche Nachnutzung der Kaserne besser zu ermöglichen. Die Kaserne ist inzwischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge, ein Ausbau als Gewerbezentrum oder ähnliches steht aktuell nicht zur Debatte.

Die Ortsumgehung Lispenhausen ist allerdings noch im vordringlichen Bedarf der Bundesverkehrswegeplanung. Getan hat sich seit dem vergangenen Jahr aber wenig.

Gutachten für fünf Jahre

Damals hatte der regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil, Peter Wöbbeking, berichtet, dass neu untersucht werden müsse, wo sich wann welche Tierarten im Planungsgebiet aufhalten. Dieses neue faunistische Gutachten soll in nächster Zeit fertig sein, hat man Franz nun mitgeteilt. Die für ein Planfeststellungsverfahren notwendigen Gutachten dürfen nicht älter als fünf Jahre sein. Deshalb war ein neues Gutachten nötig.

Außerdem sollten technische Fragen für die Umgehungsvariante 1a, also eine kleine Umgehung, die den Ort quasi von Ortsschild zu Ortsschild umgehen sollte, und die später wieder ins Spiel gebrachte Variante mit einem Anschluss an die B 27 bei Bebra vergleichend geprüft werden. Auch diese Ergebnisse liegen laut Franz noch nicht vor. Franz sieht auch Ministerpräsident Bouffier im Spiel, der den Bau der Ortsumgehung auch als Ausgleich für die nun wohl nicht kommende dritte Fuldabrücke politisch unterstützen müsste. Foto: Sagawe

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