Synode tagte in Bebra

Pfarrer im Kirchenkreis Hersfeld-Rotenburg werden knapp

Das Bild zeigt einen Mann und eine Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung, die Stimmzettel in einen Karton werfen, den eine weitere Frau hält.
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Geheime Abstimmung: Kirchenkreisamtsleiterin Rahel Krause (rechts) hält Pfarrer Werner Ewald und Tamina Grewe aus Niederaula die Wahlurne hin.

In der Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Hersfeld-Rotenburg standen personelle Veränderungen im Mittelpunkt.

Bebra - Wählen mussten die 82 zu Beginn der Zusammenkunft im Bebraer Lokschuppen anwesenden Abgesandten der Kirchengemeinden und die weiteren Mitglieder – insgesamt gehören dem Kirchenparlament 123 Abgeordnete an – reichlich. Zum einen mussten sie festlegen, wer der 2022 neu zusammentretenden Landessynode der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck angehören soll, zum anderen bestimmten sie Nachrückerinnen und Nachrücker für den Kirchenkreisvorstand und den Diakonie-Ausschuss.

Alles unter der kirchengesetzlich festgeschriebenen Vorgabe, dass auf eine ausgewogene Berücksichtigung von Frauen und Männern und eine verstärkte Wahl von jungen Leuten hingewirkt werden soll. Die Kreissynode sei dem weitgehend gerecht geworden, stellte Präses Reinhard Kerst am Schluss der Sitzung fest.

Einer der wichtigen Tagesordnungspunkte war der Bericht von Dekan Dr. Frank Hofmann, der sich vor allem mit personellen Veränderungen im Kirchenkreis beschäftigte. Hofmann wies die Synodalen darauf hin, dass sein Stellvertreter, der Heringer Pfarrer Dr. Thorsten Waap, nach der früher als geplant erfolgten Verabschiedung der Rotenburger Dekanin Gisela Strohriegl seit Anfang des Monats im Umfang einer halben Stelle mit Dekansaufgaben betraut worden sei. Waap sei insbesondere für diakonische Angelegenheiten zuständig. Die Änderung des Aufgabenspektrums bei Waap habe zur Folge gehabt, dass Vertretungspfarrer Christoph Rode im Umfang einer halben Stelle von Ludwigsau nach Heringen „versetzt“ worden sei.

Da sich auf die ausgeschriebene Stelle Ludwigsau 2 noch niemand beworben habe, müsse Ludwigsau ab sofort verstärkt von Seelsorgern des Kooperationsraums Hersfeld-Mitte versorgt werden. In diesem Zusammenhang stimmte die Synode später mit großer Mehrheit einem vom Meckbacher Kirchenvorsteher Bernd Adolphi begründeten Antrag zu, in dem die maßgeblichen Gremien aufgefordert werden, alles dafür zu tun, dass die in Ludwigsau laut Stellenplan bis August 2024 zur Verfügung stehende, nicht ausschreibbare halbe Pfarrstelle mit einem Diakon, einem Jugendarbeiter oder einer anderen professionellen Kraft, die sich um Gemeindearbeit kümmert, besetzt werden kann. „Wir sind schon lange nicht mehr richtig versorgt worden“, betonte Adolphi. Dekan Dr. Hofmann ließ deutlich erkennen, dass er den Antrag unterstützt. Er wies aber auch darauf hin, dass die Landeskirche „pfarrstellenzentriert“ sei. Möglicherweise werde es nach Abschluss von zwei Pilotprojekten mittelfristig Ansätze in Richtung „Bildung multiprofessioneller Teams“ geben. Aber auch das sei kein Allheilmittel, da Diakone „nicht in großer Zahl verfügbar“ seien.

Für Bebra, Schenklengsfeld 3 und Alheim/Braach kündigte Hofmann Stellenbesetzungen zum 1. November an. Im Übrigen wies der Chef des Kirchenkreises darauf hin, dass Pfarrerinnen und Pfarrer in naher Zukunft knapp werden. Ursächlich dafür sei die anstehende Pensionierung starker Pfarrer-Jahrgänge, die dafür sorgen werde, dass es trotz Pfarrstellenreduzierung immer mehr offene Stellen geben werde.

„Vertretung wird in Zukunft weitgehend innerhalb der Kooperationsräume geschehen müssen und alle müssen sich darüber im Klaren sein, dass Vertretung „Abstriche beim vollen Programm“ bewirken wird“, unterstrich Hofmann.

Wilfried Apel

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