Junge Themen in die Politik

Die Grüne Jugend ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wieder da

Maximilian Breling und Victoria Uhrig haben die Grüne Jugend in Bad Hersfeld reaktiviert. Unser Bild zeigt sie vor der Geschäftsstelle der Grünen.
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Wollen sich politisch engagieren: Maximilian Breling und Victoria Uhrig haben die Grüne Jugend in Bad Hersfeld reaktiviert.

Sie wollen junge grüne Themen in die Politik einbringen: Victoria Uhrig und Maximilian Breling wollen sich politisch in der Grünen Jugend Bad Hersfeld engagieren. Vieles habe sie im politischen System genervt, deshalb wollen sie selber aktiv werden.

Bad Hersfeld - Die 18-Jährige kommt aus Rotenburg und macht gerade ihr Abitur an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld. Danach will sie Gesang studieren. In ihrer Freizeit macht sie gerne Musik und tanzt. Mit 14 Jahren hat sie angefangen, sich für Politik zu interessieren. Dass es sie zu den Grünen ziehen würde, sei recht schnell klar gewesen: „Die Grünen passen einfach zu meiner Denkart und meinem Lebensstil“, sagt sie. Die Schülerin lebt bereits seit fünf Jahren vegetarisch und seit einem halben Jahr sogar vegan. Natur- und Klimaschutz liegen ihr sehr am Herzen, sie interessiert sich aber auch für den Feminismus.

Auf „Gendern“, also eine geschlechtsneutrale Sprache, legt sie viel Wert. Allgemein wünscht sich Uhrig mehr Anerkennung für die Rechte von Frauen. Auch Vielfalt, vor allem bezogen auf Sexualität, ist ihr sehr wichtig. „Warum müssen sich Homosexuelle outen? Theoretisch müssten das auch Heteros tun“, sagt Uhrig. Sie findet es schade, dass Themen wie diese in einem so fortgeschrittenen Zeitalter noch als „Probleme“ und nicht als selbstverständlich gelten.

Maximilian Breling ist 24 Jahre alt und Elektroniker. Er ist in Rotenburg geboren und in Nentershausen aufgewachsen. 2014 hat Breling sein Fachabitur im Teilbereich Technik in Bebra absolviert. Er hat schon immer großes politisches Interesse, was mit der Zeit zugenommen hat. Für ihn ist schon lange klar, dass er nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten will. Der 24-Jährige hat als begeisterter Wanderer eine große Naturverbundenheit und legt viel Wert auf den Klimaschutz. Auch die Agrarpolitik spielt für ihn eine wichtige Rolle: „Die Konzepte sollten gemeinsam mit den Landwirten entwickelt werden“, sagt er. Der 24-Jährige hat sich ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe engagiert. In diesem Bereich solle die Politik offener gehalten und Flüchtlinge miteinbezogen werden. Der Landkreis gibt als „Sicherer Hafen“ bereits ein gutes Vorbild ab, indem er freiwillig Flüchtlinge aufnimmt und humanitäre Hilfe leistet, lobt Breling.

Beide sind froh, dass das Vorhaben, die Grüne Jugend in Bad Hersfeld zu reaktivieren, umgesetzt werden konnte. Dafür brauchte es mindestens drei Personen, die es zeitweise nicht gab. In die Wege geleitet hat das Ganze Victoria Uhrig. Gemeinsam mit dem Landesvorstand hat sie einen Aufruf gestartet, daraufhin ein Treffen mit den Interessierten vereinbart und den Jugendverband dann auch direkt gegründet. „Es war definitiv die richtige Entscheidung“, sagt Uhrig. „Nicht alle haben das Privileg, in einer Demokratie zu leben.“ Deshalb hält sie es für besonders wichtig, selbst die Initiative zu ergreifen und aktiv mitzugestalten. Sie selbst ist beispielsweise in der Organisationsgruppe der Fridaysfor-Future-Bewegung und auch auf diversen Demos aktiv gewesen.

Neben Uhrig und Breling gehören Julian Schneider und Roxanne Treuberg zu der Grünen Jugend Bad Hersfeld. Sie haben das Ziel, die Grüne Jugend im Kreis mehr zu stärken und mehr junge Menschen für die Parteiarbeit und die Politik zu begeistern. Vor allem mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr ist das für sie ein wichtiges Ziel. (Lea-Sophie Mollus)

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