Wie entsteht Strom? 

25. Deutscher Mühlentag in Rotenburg: Besucher informierten sich über Strom aus Wasserenergie

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Fasziniert von der alten Technik, die heute noch funktioniert: Willi Benz mit Ehefrau Karin Neumann aus Rotenburg beim Mühlentag in der Rotenburger Herrenmühle. 

Rotenburg. Den 25. Deutschen Mühlentag in der Rotenburger Herrenmühle nutzten zahlreiche Besucher, um mehr über die alte Mühlentechnik zu erfahren. Nicht wenige waren erstaunt, dass in dem alten Gebäude tatsächlich Strom für die Steckdose gemacht wird. 

Wenn Conny Haag-Lorenz am Deutschen Mühlentag in die alte Rotenburger Herrenmühle einlädt, dann geht es in der „klappernden“ Strommühle fast zu wie bei einem Familientreffen.

Da schauen an Lokalgeschichte Interessierte vorbei, Technik-Freaks, Väter, die ihren Söhnen zeigen wollen, wie Strom gemacht wird, Rad fahrende oder spazieren gehende Einfach-mal-so-Vorbeigucker und tatsächlich auch Verwandte, die sich am Pfingstmontag bei Conny in der Mühle treffen. Wie die Schwestern Edeltraud Jaeger-Titz aus Bad Hersfeld und Christine Harms aus Homberg. „Connys Mutter Marlene war meine Patentante, und Conny ist meine Cousine“, erzählt die Lullusstädterin. „Als Kinder haben wir immer in der Mühle geschaukelt, und ich bin ein ums andere Mal begeistert, was Conny mit der Mühle alles macht!“

Zuverlässige Turbinen

In erster Linie natürlich schon lange Strom. Im Durchschnitt etwa 1,8 Millionen Kilowattstunden jährlich. Wie der mithilfe von Fuldawasser, langjährig erprobter Technik und zuverlässig arbeitenden Turbinen entsteht und ins Stromnetz eingespeist wird, erläutert über einer Schauvitrine der in Rotenburg geborene und in Burghaun lebende Marcus Heinbuch seinem Sohn David. Der junge Mann ist fasziniert von den vielen Kabeln und Rädern und davon, dass in dem alten Gebäude tatsächlich Strom für die Steckdose gemacht wird.

So funktioniert’s: Marcus Heinbuch aus Burghaun erklärt seinem Sohn David, wie der Strom in die Steckdose kommt. 

Windmüller aus Überzeugung

Den mit seiner Frau Helga aus Gethsemane vorbeigekommenen Landwirt Friedrich Schneider überrascht das nur bedingt, denn er ist „Windmüller und Stromerzeuger aus Idealismus“. Er begeistert sich dafür, dass mit Wasserkraft kontinuierlich Energie gewonnen werden kann. Ähnlich ist es beim Maschinenbauer Horst Dümer aus Oberkaufungen bei Kassel, der gerne etwas über die Funktionsweise der Turbinen erfahren möchte und über deren Wirkungsgrad. Im Übrigen fragt er sich, warum er noch nie auf die Idee gekommen ist, sich mit seiner aus Rotenburg stammenden Ehefrau Brigitte das Haag’sche Wasserkraftwerk anzuschauen. „Meine Eltern hatten ganz in der Nähe eine Bäckerei“, erzählte seine Begleiterin, „und als Kind habe ich oft durch eines der Fenster in die Mühle geschaut!“

Mühlenbesitzerin Conny Haag-Lorenz und ihr Mann Lutz sind hocherfreut über das große Besucherinteresse: „Die Film- und Powerpoint-Vorführungen sind gut besucht, Bratwurst, Fleischkäse, Kuchen und Eis gehen weg wie warme Semmeln, die Extra-Stände haben Zulauf, und dann und wann werden wir auch mal dafür gelobt, dass wir an der Rechenreinigungsanlage einiges an Müll aus der Fulda ziehen.“

Am Fluss sitzen derweil bei allerschönstem Frühlingswetter Jung und Alt in der Sonne. So ein Mühlentag ist eben nicht nur informativ, sondern immer auch etwas ganz Besonderes und Schönes.

Quelle: HNA

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