Immer mehr Menschen leiden an der psychischen Krankheit

Depressionen: Zahl der Erkrankten in Hersfeld-Rotenburg steigt

Hersfeld-Rotenburg. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation leiden rund vier Millionen Menschen in Deutschland an Depressionen. Jeder Zwanzigste in der Bevölkerung ist also betroffen.

Trotzdem zählt die Depression noch immer zu einer unterschätzten Volkskrankheit, obwohl die Zahl in den letzten Jahren stark gestiegen ist. 

Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zeichnet sich dieser Trend ab, bestätigte Joachim Rappold, Psychiater in Bad Hersfeld. „Gerade im Winter treten Depressionen häufiger auf. Die Nachfrage an Therapieplätzen ist sehr hoch, das liegt auch am Lichtmangel in dieser Jahreszeit.“

Den Patienten fehle der Antrieb und ihre Grundstimmung sei herabgesetzt. Häufig trete auch Müdigkeit und Schlaflosigkeit auf, so Joachim Rappold.

Auch beim sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, steigt die Zahl derjenigen, die Hilfe in Anspruch nehmen möchten.

Dr. Rainer Hoffmann ist als Facharzt für Psychiatrie hierfür im Einsatz und bestätigte diesen Trend: „Depressionen haben zugenommen, weil wir mit einem verfeinerten Blick darauf schauen. Patienten kommen oft in die Praxis und glauben, an Depressionen zu leiden.“ Die Nachfrage am Angebot des sozialpsychiatrischen Dienstes sei sehr hoch, sagt Dr. Hoffmann.

Die Depression als Krankheit sei insgesamt stärker in der Gesellschaft akzeptiert, als noch vor einigen Jahren, erklärten beide Mediziner auf Anfrage unserer Zeitung. Dies führe dazu, dass Patienten früher mit Beschwerden zum Arzt gehen und Hilfe suchen. Eine rechtzeitige Behandlung verhindere, dass sich leichte Depressionen zu einer schweren Depressionen entwicklen, die stationär im Krankenhaus behandelt werden müssten.Entgegenwirken könne man am besten mit viel Bewegung sowie Sport im Freien. 

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