Gäste aus Dzialdowski informieren sich über duale Ausbildung

Delegation aus polnischer Partnerregion zu Gast im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Besuch bei Freunden: Die Landräte Marian Janicki und Dr. Michael Koch.  

Hersfeld-Rotenburg. Mit einer ganz besonderen Flasche Wodka im Gepäck ist Landrat Marian Janicki aus der polnischen Partnerregion Dzialdowski gereist.

Das hochprozentige Nationalgetränk war eine Sonderabfüllung zu Ehren der Hochzeit seiner Tochter am vergangenen Wochenende. Auf ihr Wohl wurde am Mittwochabend bei einem gemeinsamen Essen der 15-köpfigen polnischen Delegation mit Landrat Dr. Michael Koch und Vertretern des Landkreises im Hotel Sonnenhof in Obersuhl angestoßen.

Die kleine Episode zeigt, wie tief die Freundschaft zwischen den Vertretern beider Kreise in den vergangenen 15 Jahren geworden ist. „Ich fühle mich hier wie Zuhause“, sagte Marian Janicki im Gespräch mit unserer Zeitung, „uns gefällt hier alles gut“.

Ein wichtiges Thema des dreitägigen Besuchs der polnischen Delegation, die neben Janicki und seinem Stellvertreter Vize-Landrat Marian Brandt vor allem aus Schulleitern besteht, ist die duale Ausbildung, die künftig auch in Polen eingeführt werden soll. Mit der deutschen Firma Glashütte, die im polnischen Dzialdowo ein Werk unterhält, seien bereits entsprechende Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, berichtet Janicki.

Begegnung mit Flüchtlingskindern: Die polnische Delegation bei ihrem Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung in Rotenburg.

Deshalb besuchen die polnischen Gäste die Blumensteinschule in Obersuhl, die Lehrbaustelle in Bebra sowie die Arbeitsagentur und die IHK. Auch die Adam-von-Trottstiftung, der Rhäden und eine Fulda-Floßfahrt sind Teil des Besuchsprogramms.

Spontan wurde außerdem ein Besuch in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge organisiert. „In Polen gibt es wegen der Aufnahme von Flüchtlingen viele Ängste“, weiß Landrat Janicki, „deshalb ist der direkte Kontakt zu diesen Menschen wichtig, denn das ändert oft die Meinung“.

Masuren ist eine Reise wert

In Rotenburg haben sich die polnischen Gäste außerdem beim Stadtmarketing von MER-Geschäftsführer Torben Schäfer über die Vermarktungskonzepte für die Fuldastadt informiert. „Wir wollten wissen, warum in Rotenburg so sehr viel mehr Touristen übernachten als bei uns“, sagt Janicki. Er hofft, dass künftig auch viele deutsche Touristen die liebliche Wald- und Seenreiche Landschaft im polnischen Masuren und Ermland besuchen werden. Ein Besuch lohnt sich – und guten Wodka gibt es dort auch.

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