Fragen und Antworten

Corona-Lage in Hersfeld-Rotenburg: Noch kein Omikron-Fall im Landkreis

Die gestiegenen Fallzahlen machen sich auch in den Krankenhäusern bemerkbar. Bislang finden jedoch noch alle planbaren Operationen im Landkreis statt. Im Frühjahr 2020 mussten die Kliniken für fast zwei Monate sämtliche dieser sogenannten elektiven Eingriffe verschieben, um Betten für Covid-Patienten freizuhalten.
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Die gestiegenen Fallzahlen machen sich auch in den Krankenhäusern bemerkbar. Bislang finden jedoch noch alle planbaren Operationen im Landkreis statt. Im Frühjahr 2020 mussten die Kliniken für fast zwei Monate sämtliche dieser sogenannten elektiven Eingriffe verschieben, um Betten für Covid-Patienten freizuhalten.

Erst Delta, jetzt Omikron: Jeden Tag kommen neue Nachrichten zum Coronavirus.

Hersfeld-Rotenburg – Um den Überblick zu behalten, haben wir wichtige Fragen und Antworten zusammengestellt.

Überall ist die Rede von der Omikron-Variante, die ja auch schon in Hessen nachgewiesen worden ist. Ist sie auch schon im Kreis Hersfeld-Rotenburg aufgetreten?

Nein, zumindest gibt es auf Nachfrage im Gesundheitsamt noch keine Hinweise darauf, dass die neuartige Virusmutation B.1.1.529 schon im Kreisgebiet angekommen ist. In Fulda hingegen gibt es bereits einen Verdachtsfall.

Auch in den Kliniken spitzt sich die Lage wieder zu. Wie viele Menschen werden derzeit stationär behandelt?

Nach Auskunft aus dem Landratsamt waren – Stand Donnerstag – 35 infizierte Personen in Behandlung, davon 10 Personen auf Intensivstation. Die Belegung der beiden Corona-Stationen im Klinikum ist nach Auskunft von Prof. Markus Horn, dem Ärztlichen Leiter, „zur Zeit im oberen Auslastungsbereich, in der vergangenen Woche waren wir tageweise bereits am Limit“. Steigt der Druck im Klinikum, würden auch Covid-Patienten ins Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrum verlegt. Im Rotenburger Kreiskrankenhaus sei die Lage „noch relativ ruhig“, sagt Dr. Martin Oechsner, medizinischer Geschäftsführer des KKH. Derzeit seien zwei Patienten auf der Intensivstation und vier auf der Isolierstation. Die meisten seien nicht geimpft. „Wir sehen allerdings auch Impfdurchbrüche, auch bei Mitarbeitern“, so Oechsner.

Finden überhaupt noch planbare Operationen statt?

Ja. „Bisher werden weiterhin auch elektive Operationen durchgeführt“, so Prof. Markus Horn vom Klinikum. Je nach Corona-Lage „insbesondere bei zunehmenden Patientenzahlen auf der Corona-Intensivstation können jedoch kurzfristige Einschränkungen des OP-Betriebs erforderlich werden“, so Horn. Ähnlich sieht es im Kreiskrankenhaus aus. „Im OP fahren wir noch volles Programm“, teilt Dr. Martin Oechsner mit. In der ersten Coronawelle im Frühjahr 2020 galt für fast zwei Monate ein Verbot für nicht medizinisch dringende Operationen wie Hüft-OPs und das Entfernen schmerzloser Nierensteine, um Betten für Corona-Infizierte freizuhalten. Dafür bekamen die Kliniken Ausgleichszahlungen vom Bund.

Wo heute im Landkreis geimpft wird

Die mobilen Impfteams des Landkreises sind ab heute, 3. Dezember, wieder im Kreisgebiet unterwegs. Start der Spritztour ist heute im Einkaufszentrum „be!“, Nürnberger Straße 43-47, Bebra. Geimpft wird von 11 bis 17 Uhr. Am morgigen Samstag impfen die Teams in Friedewald, Vereinsraum der Festhalle, Große Hohle 14, und in Cornberg im Kloster, Am Steinbruch 1 – auch jeweils von 11 bis 17 Uhr. Zudem bieten Haus- und Fachärzte aus dem Landkreis am Samstag von 8 bis 18 Uhr eine Impfaktion in der Bad Hersfelder Jahnhalle, August-Gottlieb-Straße, an. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Impfungen sind kostenlos. 

Seit dem Wochenende gilt in Klinikum, HKZ, Orthopädie und Kreiskrankenhaus ein generelles Besuchsverbot. Wie waren die Reaktionen unter den Patienten und an den Eingangstüren?

Von einem „überwiegend großen Verständnis“ berichtet Prof. Markus Horn vom Klinikum. Auch im Kreiskrankenhaus seien keine außergewöhnlichen Vorfälle bekannt, sagt KKH-Geschäftsführer Andreas Maus.

Das Gesundheitsamt hat seit Wochenbeginn bereits 252 Neuinfizierte gemeldet. Kommt das Amt überhaupt noch bei der Kontaktnachverfolgung hinterher?

Das gestaltet sich offenbar in der Tat derzeit schwierig. Bereits Ende der vergangenen Woche hatte Kreis-Sprecherin Jasmin Krenz mitgeteilt, dass Menschen, die auf das Ergebnis eines PCR-Tests warten, sich auf längere Wartezeiten einstellen müssen. Das Gesundheitsamt sei überlastet. „Wir bitten um Verständnis, dass es bei den Anrufen von Corona-Positiven zu einer Verzögerung von einigen Tagen kommen kann“, so Krenz. Sie versichert jedoch: „Alle Bürger, die einen positiven PCR-Test haben, werden wir definitiv kontaktieren.“ Auch das Bürgertelefon sei aufgrund der angespannten Lage derzeit nur eingeschränkt erreichbar. Seit dieser Woche helfen im Gesundheitsamt auch zehn Soldaten des Jägerbataillons 1 aus Schwarzenborn bei der Kontaktnachverfolgung. „Ohne externe Hilfe können wir unsere Arbeit auf Dauer nicht mehr leisten“, so Amtsleiterin Adelheid Merle.

Wie ist die Situation in den Alten- und Pflegeheimen mit Blick auf Neuinfektionen und Impfdurchbrüche?

Das Landratsamt spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von einem „diffusen Infektionsgeschehen“, das sich auf fast das gesamte Kreisgebiet erstrecke. Am Donnerstag war Cornberg als einzige der 20 Kreiskommunen coronafrei. „Natürlich haben wir auch Corona-Fälle in den Alten- und Pflegeeinrichtungen, aber das sind nur Einzelfälle und ist definitiv nicht mit der Situation von vergangenem Jahr zu vergleichen, wo ganze Einrichtungen unter Quarantäne standen“, teilt Kreissprecherin Jasmin Krenz mit, die bestätigt, dass es auch in den Einrichtungen Impfdurchbrüche gebe – „die kann es überall geben“. Diese Zahl sei aber noch vergleichsweise gering. „Das meiste Infektionsgeschehen verzeichnen wir aktuell bei den Berufstätigen in der Altersgruppe von 20 bis 50 Jahren.“ (Sebastian Schaffner)

Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie Fragen zur Pandemie im Kreis Hersfeld-Rotenburg, zu den Impfungen oder zu Testmöglichkeiten? Wir kümmern uns darum. Schreiben Sie uns Ihre Fragen an rotenburg@hna.de oder redaktion@hersfelder-zeitung.de.

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