Schlagzahl im Impfzentrum nimmt zu

Corona-Impfungen in Rotenburg: Jetzt sind auch Hausärzte dran

Das Bild zeigt Fläschchen mit den drei Impfstoffen von Moderna (von links), Biontech/Pfizer und Astrazeneca.
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Drei Impfstoffe kommen mittlerweile im Rotenburger Impfzentrum zum Einsatz: von Moderna (von links), Biontech/Pfizer und neuerdings auch Astrazeneca – allerdings nur für medizinisches Personal, da dieses Vakzin lediglich für 18- bis 64-Jährige freigegeben ist.

So viel wie an diesem Wochenende war noch nie los im Impfzentrum Rotenburg. Grund sind die kurzfristig vom Land Hessen anberaumten „Praxistage“.

Hersfeld-Rotenburg - Fragen und Antworten zu den sogenannten Praxistagen im Rotenburger Impfzentrum dazu im Überblick.

Was hat es mit diesen „Praxistagen“ auf sich?

Nachdem bekannt geworden war, dass nun doch ausreichend Impfstoff vorhanden ist – insbesondere von Astrazeneca –, hatte das Land Hessen kurzfristig sogenannte Praxistage für dieses und das darauffolgende Wochenende angekündigt. An diesen Tagen können neben den regulären Impfungen der ersten Priorisierungsgruppe so nun auch zusätzlich Hausärzte und medizinisches Personal gegen das Coronavirus geimpft werden. Die berechtigten Personen in den Arztpraxen würden direkt informiert, so das Land. Darüber hinaus sind Lehrkräfte aus Grund- und Förderschulen sowie das Personal in der Kindertagesbetreuung in die zweite Impfkategorie aufgerückt. Martin Ködding, Leiter des Impfzentrums in Rotenburg, teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass in der Göbel Hotels Arena bereits am Freitag mit dem außerplanmäßigen Impfangebot begonnen worden sei. Insgesamt würden im Zeitraum zwischen Freitag und Sonntag im Impfzentrum 750 Spritzen gegen das Virus verabreicht werden.

Wie geht’s am nächsten Wochenende weiter?

Da auf die Verantwortlichen im Impfzentrum derzeit täglich neue Nachrichten einprasseln und die Situation rund um die angekündigten Impfdosen sehr dynamisch ist, lässt sich noch nicht genau vorhersagen, wie sich die Praxistage am kommenden Wochenende auswirken. Klar ist nur: „Wir werden die vom Land zur Verfügung gestellten Dosen an diese Zielgruppe verimpfen“, so Ködding. Ausreichend Personal sei vorhanden. Geplant ist zudem, am nächsten Wochenende – also Teil zwei der „Praxistage“ – die Öffnungszeiten des Impfzentrums auf 9 bis 17 Uhr zu erweitern. Bislang ist es von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Wie viele Menschen sind im Landkreis geimpft?

Bislang sind nach Angaben aus dem Landratsamt rund 7000 Impfdosen verabreicht worden. Vor einer Woche waren es noch 6000. Rund 2500 Frauen und Männer seien zweitgeimpft. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl (120 464) entspricht das 2,1 Prozent aller Kreisbewohner. Etwa 4500 hätten erst die erste Dosis erhalten. Allerdings wird sich die Zahl der Zweitimpfungen ab der kommenden Woche merklich ändern. Denn dann haben im Impfzentrum, das am Dienstag drei Wochen geöffnet ist, die ersten über 80-Jährigen ihren zweiten Termin.

Für die ersten drei Wochen hatte das Impfzentrum wöchentlich 350 Impfdosen zur Verfügung. Werden es jetzt mehr?

Ja. Martin Ködding hatte bereits bei der Eröffnung mitgeteilt, dass ab Woche vier mehr Impfdosen geliefert werden – nämlich rund 830 pro Woche. „Dabei bleibt es auch“, bestätigte der Leiter des Impfzentrums am Freitag auf Nachfrage. Hinzu kommen dann natürlich noch die Astrazeneca-Dosen von den „Praxistagen“.

Apropos Astrazeneca: Bundesweit bleiben viele Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers ungenutzt, weil Teile der Bevölkerung offenbar dem Vakzin misstrauen. Wie sind die Erfahrungen im Landkreis?

„Die bisher angebotenen Termine mit Astrazeneca werden relativ gut angenommen“, sagt Martin Ködding. Da der Wirkstoff erst seit Kurzem im Einsatz ist, würden aber noch längerfristige Erfahrungen fehlen.

Wann werden denn nun endlich die Impfungen in den Altenheime im Kreis abgeschlossen sein?

„Bis zum 7. März sind alle Alten- und Pflegeeinrichtungen erst- und zweitgeimpft“, verspricht der Landkreis in seinem aktuellen Newsletter. In den nächsten Tagen, „bis spätestens Anfang März“, werde zudem Personen im ambulanten Rettungsdienst, Pflegedienst und in Dialysezentren ein Impfangebot gemacht. „Sobald weiterer Impfstoff verfügbar ist, können die Impf-Aktivitäten weiter gesteigert werden“, teilt der Landkreis mit. (Sebastian Schaffner)

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