Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Bürgermeisterwahl in Wildeck: Landrat ordnet wegen Corona-Krise reine Briefwahl an

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Die Wahlunterlagen können zum Beispiel in den Briefkasten am Rathaus in Obersuhl eingeworfen werden. Er wird deshalb öfter als sonst geleert. 

Der Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg beeinflusst auch die Bürgermeisterwahl in Wildeck: Sie wird als reine Briefwahl stattfinden.

  • Am Sonntag (29.03.2020) findet in Wildeck (Hersfeld-Rotenburg) die Bürgermeisterwahl statt
  • Die Wahllokale öffnen wegen des Coronavirus nicht - Es wird eine reine Briefwahl
  • Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Hersfeld-Rotenburg im News-Ticker*

Die Wildecker haben für die Wahl am Sonntag, 29. März 2020, nur die Möglichkeit, per Briefwahl ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale öffnen nicht. Das hat Landrat Dr. Michael Koch angeordnet.

Eine entsprechende infektionsschutzrechtliche Verfügung hat das Gesundheitsamt des Landkreises Hersfeld-Rotenburg erlassen und die flächendeckende Briefwahl angeordnet. Ziel der Entscheidung ist, die Wähler und die Verwaltungsmitarbeiter in der Corona-Krise zu schützen.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Verschiebung nicht möglich

Die Bürgermeisterwahl in Wildeck zu verschieben, ist nicht möglich. „Das sieht das Wahlrecht zurzeit nicht vor“, betont Bürgermeister Alexander Wirth (parteilos), der auch einziger Kandidat ist. Außer der Wahl in Wildeck gibt es in Hessen am 29. März keine Bürgermeisterwahl. Das Land Hessen plant, in der kommenden Woche eine Anordnung zu erlassen, die ab 1. April folgenden Wahlen zu verschieben – eventuell bis in den Herbst.

Die Vorbereitungen für eine reine Briefwahl laufen in Wildeck seit Tagen auf Hochtouren. Im Vorfeld gab es schon Gespräche mit dem Innenministerium und mit Landrat Koch. „Wir sind dankbar auch für das enorme Engagement des Landrats in dieser Sache“, betont Wirth. Die offizielle Anordnung traf dann am Freitag in der Gemeindeverwaltung ein.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: "Zurzeit nur eine Nebenrolle"

„Natürlich müssen wir die Wahl verantwortungsvoll organisieren. Aber sie spielt für uns zurzeit nur eine absolute Nebenrolle. Wir kämpfen angesichts der Corona-Krise mit ganz anderen Problemen. Und viele von uns sind schon am Ende ihrer Kräfte“, sagt Wirth.

Die Telefone in der Verwaltung stehen nicht still. Die Verordnungen, die sich immer wieder ändern, müssen streng kontrolliert werden. Für die Wildecker Verwaltung war die Umstellung auf eine reine Briefwahl eine große Herausforderung. Die Gemeinde hatte sich auf etwa 750 Briefwähler vorbereitet, berichtet Wahlleiter Hans-Joachim Löffler. Jetzt bekommt jeder der 4135 Wahlberechtigten die kompletten Wahlunterlagen mit einem Informationsschreiben zugesandt oder von Helfern in den Briefkasten geworfen.

Die Unterlagen mussten besorgt und „eingetütet“ werden von vielen fleißigen Händen. Etwa die Hälfte der Unterlagen werden per Post verschickt, die andere von ehrenamtlichen Helfern verteilt, dazu gehört auch eine Jugendgruppe des Heimat- und Kulturvereins Bosserode, berichtet Löffler. Auch Mitarbeiter der Verwaltung helfen mit. Nicht alle Sendungen kommen am gleichen Tag an, je nachdem, wer in welchem Straßenzug verteilt hat.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: So ist die Rückgabe möglich

Wer in den vergangenen Wochen schon eine Briefwahl beantragt hat, bekommt die Unterlagen nicht noch mal zugeschickt. Die Wahlunterlagen können per Post zurückgeschickt werden. Die Kosten übernimmt die Gemeinde. Dass die Unterlagen pünktlich in der Verwaltung ankommen, dafür ist der Absender verantwortlich. Die Briefwahl-Unterlagen können auch in den Briefkasten am Rathaus in Obersuhl eingeworfen werden. „Das ist bei allen Wahlen so üblich“, betont Löffler. Die Unterlagen können dort bis Sonntag, 29. März, 18 Uhr eingeworfen werden.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Weiterverbreitung des Virus verhindern

Das Gesundheitsamt hat die Anordnung einer ausschließlichen Briefwahl ausführlich begründet. Darin heißt es, es gelte, eine Weiterverbreitung des in Teilen tödlichen Virus zu verhindern und den bereits aktuell herrschenden Ausnahmezustand, durch den bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens bereits jetzt zum Erliegen gekommen sind, nicht weiter zu verstärken. Es gehe um die Volksgesundheit und die Lebensgefahr für einen Teil der Bevölkerung. „Im Falle eines sprunghaften Anstiegs von Infizierten könnte das deutsche Gesundheitswesen seine Belastungsgrenze erreichen“. Durch die Einteilung in sechs Wahlbezirke könne die Gefahr einer Verbreitung des Virus noch erhöht werden.

Von René Dupont

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Quelle: HNA

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