Vorrang für Fußgänger und Radfahrer

CDU legt mit Verkehrskonzept nach: Autos sollen raus aus Rotenburgs Zentrum

Noch ein schöner Platz zum Verweilen mit Luft nach oben: Dass man am Zirbesbrunnen auf Autos gucken muss, bedauert CDU-Vorsitzender Jonas Rudolph. Seine Partei schlägt vor, die Parkplätze zu streichen.
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Noch ein schöner Platz zum Verweilen mit Luft nach oben: Dass man am Zirbesbrunnen auf Autos gucken muss, bedauert CDU-Vorsitzender Jonas Rudolph. Seine Partei schlägt vor, die Parkplätze zu streichen.

Ein knappes Jahr nach dem Verkehrskonzept der MER legt die CDU in Rotenburg mit einem eigenen Vorschlag nach: Wenig bis kein Autoverkehr in der Innenstadt ist das Ziel.

Rotenburg – Das von der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft MER vorgelegte Parkraum- und Verkehrskonzept für die Innenstadt hatten die Rotenburger Stadtverordneten einstimmig verabschiedet hatten, das unter anderem Fußgängern und Radfahrern Vorrang einräumen sollte. Gravierendes ist seither nicht geschehen.

Nun legt die CDU nach mit einem eigenen Verkehrskonzept, das auf dem Bestehenden basiert und dessen Umsetzung mit weiteren Ideen befördern soll. Partei- und Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph hat eine Ahnung, dass er damit in ein Wespennest stechen kann, wünscht sich aber dennoch die Diskussion in der Bürgerschaft hierzu: Wenig bis gar keinen Autoverkehr in der historischen Innenstadt möchte die CDU.

Hintergrund: Das Konzept der MER

Das von der MER im vergangenen Jahr vorgelegte Verkehrs- und Parkraumkonzept sieht für die direkte Innenstadt inklusive der Breitenstraße eine räumliche und zeitliche Reduzierung des Parkraums vor. Nur Anwohner dürften demnach noch unbegrenzt zwischen 18 und 9 Uhr parken. Es sollten drei Parkzonen errichtet werden. Weitere Stichworte aus dem Konzept: In der Breitenstraße sollte nur noch maximal 30 Minuten geparkt werden dürfen, es sollte möglichst Tempo 30 eingerichtet werden, die Gehwege sollten verbreitert, die Bordsteine abgesenkt werden, die Einrichtung einer Fahrradspur sollte geprüft werden. Am Untertor soll ein Kreisel die Ampelkreuzung ersetzen. Fußgänger und Radfahrer sollten Vorrang in der Innenstadt bekommen.

„Wir müssen uns von dem Gedanken trennen, dass der Innenstadtbereich mit dem Auto erreichbar ist“, sagt Rudolph. Anlieger- und Lieferverkehr seien davon ausgenommen, doch ansonsten sollten nur Radfahrer und Fußgänger in den Straßen und Gassen der Stadt unterwegs sein. Damit folge man auch der Ausrichtung des Stadtumbaus, in dem es immer wieder um die Erhöhung der Aufenthaltsqualität gehe.

Weniger Autos in der Innenstadt bedeutet weniger Platzbedarf für Parkplätze

„Im Steinweg erhöhen die neuen Bauminseln diese Qualität. Die Neugestaltung des Fulda-Ufers wird das neue Highlight der Stadt, und da stellt sich die Frage: Wenn Menschen mit dem Fahrrad oder zu Fuß an diesen Punkten ankommen, wollen sie sich den Aufenthaltsraum mit Autos teilen?“, so der CDU-Vorsitzende weiter.

Außerdem verweist er auf Nachhaltigkeit und die Verantwortung jedes Einzelnen, sich klimaschonend zu verhalten und eben auch Wege zu Fuß zu erledigen, statt immer das Auto zu nutzen. Das entspreche auch eher den Vorgaben für das Prädikat Luftkurort. Und: Weil weniger Autos in der Innenstadt unterwegs sein dürfen, benötige man auch weniger Parkplätze. (Silke Schäfer-Marg)

  • Die Vorschläge:
  • Der Steinweg soll hinter der Einfahrt zur Brotgasse in Richtung Fulda für Autos gesperrt werden, ebenso das Fuldaufer auf der Neustadtseite.
  • Der Bereich zwischen Fulda und Breitenstraße sowie zwischen Schloss und Parkplatz Altes Amtsgericht auf der Altstadtseite soll nur noch von Anliegern befahren werden. Die Parkplätze an der Altstadtstraße könnten wegfallen, dafür könnten bei Bedarf am Parkplatz Altes Amtsgericht weitere Parkplätze für Anwohner ausgewiesen werden.
  • Ein weiterer Aufenthaltsort könnte der Platz rund um den Zirbesbrunnen werden, vielleicht auch mit Gastronomie. „Viele Radfahrer kommen hier erst in unserer Stadt an. Das Erste, was sie sehen, sollte ein einladender Platz sein, der Vorfreude auf die weitere Innenstadt weckt“, meint Jonas Rudolph.
  • Nach seinen Angaben wurden die CDU-Pläne bereits im Gremium Lokale Partnerschaft (Lopa) vorgestellt und sei auf positive Resonanz gestoßen. Die Lopa wurde im Zuge des Stadtumbaus gegründet und setzt sich aus Vertretern von Politik, Handel und Gewerbe, Vereinen und Beiräten zusammen. Die CDU will ihre Ideen mit den Bürgern umsetzen.

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