Kein Krach, selbst wenn es laut wird

Ausnahmegitarrist Carl Carlton und Songdogs mit großartiger Show im Lokschuppen Bebra

Ausnahmekünstler: Carl Carlton und Band erwiesen sich beim Auftritt in Bebra als Meister ihres Fachs.
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Ausnahmekünstler: Carl Carlton und Band erwiesen sich beim Auftritt in Bebra als Meister ihres Fachs.

Kein Geringerer als der Weltstar Robert Palmer überredete Gitarrist Carl Carlton, eine eigene Band zu gründen.

Bebra – Und Carlton ließ sich von Lokschuppen-Chef Matthias Bähr davon überzeugen, mit seinen „Songdogs“ in Bebra aufzutreten. Und wie die fünf Ausnahmemusiker am Sonntagabend in der Bäwerschen Event-Location die Bühne rocken, spielen, singen, das Leben hochleben lassen, ist schlicht gigantisch.

Matthias und Regina Lippert aus Breitenbach am Herzberg sitzen mittendrin. Sie sind gekommen, weil sie wissen, dass drei der Songdogs in der Peter-Maffay-Band mitgespielt haben.

Einschmeichelnde Klänge ertönen und plötzlich sind sie da: Links und rechts die Gitarristen Wyzard und Moses Mo, die auch bei der Gruppe Mother’s Finest mitspielen, der Keyboarder Pascal Kravetz, der Schlagzeuger Bertram Engel und in der Mitte der Meister höchstselbst. „Hallo Bebra!“ Schon bei „Days of Magic“ klatschen die Fans mit. Als draußen der dritte mit Autos beladene Güterzug in Richtung Göttingen rollt, intonieren die Rocker „Lifelong Guarantee“ und „Flowers on the Wall“. Spätestens jetzt ist klar, dass große Könner am Werk sind, die alles geben und, auch wenn es mal richtig laut wird, alles andere als „Krach“ machen.

Jeder Ton sitzt. Wenn da nur die zeitweilig auftretenden und von Carlton beklagten Störgeräusche nicht wären. Bei „Keep on Swinging“ stoppt er den Auftritt für einen Break. Einige Zuhörer nutzen die Pause, Cornelia und Ulrich Völke aus Bebra etwa für ein Lob: Carlton sei ein genialer Profi und das 2G-Konzept im Lokschuppen optimal umgesetzt.

Als es weitergeht, erzählt der aus Ostfriesland stammende Carlton von seiner ganz persönlichen Corona-Pause und von seiner Freundin, der Ex-Sturm-der-Liebe-Schauspielerin Melanie Wiegmann, mit der er auf der Mittelmeerinsel Gozo lebt. Und sie singt sogar, sehr gefühlvoll: „Love Hurts“, den irgendwann mal von den Everly Brothers gesungenen Rockklassiker, und „Black Muddy River“. Als Belohnung gibt’s ein Küsschen. Und dann zelebrieren die Fünf „Jessica“, den vielleicht größten Erfolg der Allman Brothers Band. Es gibt Jubel und Gelegenheit für Carlton, seine Mitstreiter vorzustellen und auf Jamaica-Sound umzuswitchen: „Love, Understanding and Respect“ und „Kingston“.

Fast alle klatschen begeistert mit, erleben explodierende Musik, die beim in New York entstandenen Titel „Moonlight in N.Y.“ wieder eher poetisch dargebracht wird, aber furios endet. Als Zugaben gibt’s im Gedenken an Charlie Watts „Can You Hear Me Knocking“ von den Rolling Stones und „Instant Karma“ von John Lennon, ehe sich die „Songdogs“ mit dem Friedensgruß „Peace!“ verabschieden. Drei aus der Nähe von München angereiste Damen wollen ihnen nach Berlin hinterherreisen, und Bernd Kühn aus Rotenburg fasst den Abend mit drei Worten zusammen: „Es war genial.“ (Wilfried Apel)

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