Nachwuchs-Gründer

Business statt Bolzplatz: 18-Jähriger aus Friedewald ist Forscher und Unternehmer 

Hat es ins Finale geschafft: Jascha Mähler vom Beruflichen Gymnasium Bebra wurde als einer von 16 Schülern aus 200 Bewerbern ausgewählt, um beim Erfinderlabor zum Thema Elektromobilität zu forschen. 

Bebra/Friedewald. Jascha Mähler vom Beruflichen Gymnasium Bebra hat unzählige Geschäftsideen - zwei davon befinden sich in der konkreten Planung. Nebenbei geht der 18-Jährige zur Schule.

Während seine Mitschüler in der neunten Klasse zu Fußballstars wie Thomas Müller oder Mario Götze hinaufblickten, hatte der damals 15-jährige Jascha ein anderes Idol: Steve Jobs. „Wegen seiner Ausstrahlung. Der hatte einfach so ein Charisma“, erklärt der mittlerweile 18-Jährige aus Friedewald, der das Berufliche Gymnasium Bebra besucht. Jeden Morgen lässt sich der Schüler um 5.45 Uhr von einer Schlaf-App wecken, um anschließend nach dem amerikanischen Motivationscoach Tony Robins zu meditieren. Zugegeben, das klingt nach allem anderen als einem typischen Jugendlichen. Tatsächlich aber hat man es bei Jascha mit einem angehenden Unternehmer zu tun. 

Handschuhe aus Löwenzahn

Zusammen mit drei Schulkameraden fährt Jascha regelmäßig nach Kassel, um hier im Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) zu arbeiten. Aktuell in der Entwicklung: Ein „sprühbarer Handschuh, der immer passt“, wie es auf der Website der vier Gründer heißt, die sich Team Tarax nennen. „Der Handschuh ist besonders umweltfreundlich, weil er aus dem Naturkautschuk des russischen Löwenzahns besteht. Wir haben einen Automaten entwickelt, der den Handschuh passgenau auf die Hand sprüht – und damit den Einmal-Handschuh ersetzt“, sagt Jascha. Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie, dem Gesundheitswesen oder der Automobilherstellung können den Sprühautomaten für einmalig 350 Euro kaufen, für Installation und Wartung würden knapp 28 Euro wöchentlich anfallen. Noch ist die Handschuh-Sprühmaschine zwar kein marktfähiges Produkt. Für ihre Idee konnten die vier Schüler allerdings schon den ersten Platz beim bundesweiten Startup-Teens-Wettbewerb in Hamburg abräumen. „Aktuell testen wir noch, wie sich andere Stoffe als Material für den Handschuh verhalten, zum Beispiel UV-vernetztes Silikon“, berichtet Jascha.

Die „Felgen-App“

Der recycelbare Sprühhandschuh ist nicht sein einziges Projekt: Nebenbei ist er an der Entwicklung einer App beteiligt, die Autobesitzern die Entscheidung beim Felgenkauf erleichtern soll. Mit der „Felgen-App“ ließen sich verschiedene Felgenmodelle virtuell an das eigene Auto montieren – das Ganze in Klein auf dem Smartphone-Bildschirm. „Das Geschäftsmodell stellen wir im März bei Jugend gründet in Hamburg vor“, sagt Jascha, für den das Pitchen, also das Anpreisen seiner Idee vor hochkarätiger Jury und potenziellen Investoren nichts Neues ist. Der Schüler weiß, wie man einen Businessplan aufstellt, den Markt identifiziert und Umsatz, Kosten und Gewinn berechnet.

Seit drei Jahren nimmt er an deutschlandweiten Gründer-Wettbewerben teil – und landet regelmäßig auf einem der vorderen Plätze.

Jascha Mähler hat das Forschen und Erfinden zu seinem Steckenpferd gemacht. Trotzdem hat er das gleiche Ziel im Leben wie wohl jeder Mensch: „Ich will einfach das machen, was mir Spaß macht. Dann bin ich auch glücklich.“

Jascha Mähler, 1999 in Bad Hersfeld geboren, geht in die elfte Klasse des Beruflichen Gymnasiums Bebra. Seit 2015 nimmt er regelmäßig an deutschlandweiten Gründer-Wettbewerben teil. Doch Jascha kann nicht nur wirtschaftlich denken: Sein Forschungstalent und seine Liebe zur Physik konnte er als einer von 16 hessischen Schülern beim 24. Erfinderlabor in Bensheim und Rüsselsheim unter Beweis stellen. Nach dem Abitur will der 18-Jährige BWL oder Wirtschaft studieren. Vorher steht noch ein Jahr reisen an – am liebsten ins Silicon Valley in den USA oder nach Asien. 

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