Erinnerung an Adam von Trott

Bundesverfassungsrichterin: Widerstandskämpfer waren Vorbilder

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76 Jahre nach dem gescheiterten Umsturzversuch: Nentershausens Bürgermeister Ralf Hilmes und der Landtagsabgeordnete Torsten Warnecke legten am Gedenkstein für Adam von Trott zu Solz einen Kranz für den SPD-Unterbezirk Hersfeld-Rotenburg nieder. 

130 Menschen haben in Imshausen an Adam von Trott zu Solz und die Widerstandsbewegung rund um das gescheiterte Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 erinnert.

Imshausen – Mit einem Plädoyer für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit hat die Bundesverfassungsrichterin Prof. Christine Langenfeld am Montag in Imshausen an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz und dessen Mitstreiter gedacht. Trott, der in seiner Jugend in dem Bebraer Ortsteil gelebt hat, war infolge des gescheiterten Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 vor dem Volksgerichtshof zum Tod verurteilt worden.

Langenfeld würdigte den Gegner des Nationalsozialismus sowie dessen Freunde für die Werte, für die sie einstanden und für die sie am Ende auch mit ihrem Leben bezahlen mussten. Die Widerstandskämpfer seien Vorbilder, sagte die Richterin, die an der Universität Göttingen lehrt – der Hochschule, an der auch Adam von Trott promoviert wurde.

Die Bundesverfassungsrichterin warb vor rund 130 geladenen Gästen, darunter Adam von Trotts Töchter Verena Onken von Trott und Prof. Clarita Müller-Plantenberg am Trottenkreuz dafür, „die Grundüberzeugung der Widerstandskämpfer in die Gegenwart zu tragen“. Nur so könne Demokratie und Rechtsstaatlichkeit erfolgreich gestaltet werden. „Der Rechtsstaat“, betonte die 57-Jährige, „das sind wir alle“.

Sie warnte zugleich vor Populisten. Sie seien Feinde der Demokratie und wollten im Namen eines angeblichen Volkswillens das rechtsstaatlich-demokratische System diskreditieren. „Insofern ist es skandalös, wenn die Gegner der Corona-Politik sich in der Tradition des deutschen Widerstands sehen und sich in öffentlichen Auftritten auf ihn berufen.“

Bundesverfassungsrichterin Prof. Christine Langenfeld rief vor 130 Gästen dazu, „demokratisches Verhalten in all seinen Facetten“ zu leben.

Eingeladen zu der Gedenkfeier, die seit 1984 jährlich auf dem Tannenberg stattfindet, hatten der SPD-Unterbezirk Hersfeld-Rotenburg, die Adam-von-Trott-Stiftung und die Universität Göttingen.

Der aus dem hessischen Rittergeschlecht aus Solz und Imshausen stammende Adam von Trott gehörte während des Nazi-Regimes zu den entschiedensten Widerstandskämpfern. Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat seines Freundes Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Stauffenberg hatte bei einer Lagebesprechung bei Adolf Hitler unter einem Tisch eine Bombe deponiert, die zwar zündete, Hitler aber nur leicht verletzte. In der Folge wurde auch von Trott festgenommen und am 26. August 1944 im Alter von 35 Jahren im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee hingerichtet. „Grüß mir Imshausen und seine Berge“, hatte Adam von Trott seine Frau in seinem Abschiedsbrief gebeten.

Die nach ihm benannte Stiftung hält die Erinnerung an Adam von Trott seit 1986 in Imshausen lebendig. Infos: stiftung-adam-von-trott.de

Quelle: HNA

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