Briefwahl: Nur Wildeck wählt am Sonntag

Bürgermeisterwahlen  wegen Corona-Pandemie verschoben: Verständnis in Gemeinden

Laut Landtagsbeschluss werden wegen der Corona-Pandemie alle Bürgermeisterwahlen in Hessen ab April auf frühestens November verschoben. 

Nachdem der hessische Landtag am Dienstag beschlossen hat, dass wegen der Corona-Pandemie sämtliche ab April geplante Bürgermeisterwahlen frühestens auf November verschoben werden, haben die betroffenen Amtsinhaber im Kreis Hersfeld-Rotenburg mit Verständnis reagiert.

„Das ist eine sehr vernünftige Entscheidung“, sagte Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth (parteilos). In Cornberg, der mit 1320 Einwohnern kleinsten Kreiskommune, sollte eigentlich am 30. Juni ein neuer Rathauschef gewählt werden.

 Großkurth ist seit 2002 im Amt. Er tritt nicht wieder an. Kandidaten für die Nachfolge gebe es noch nicht, auch sei noch nicht klar, an welchem Tag tatsächlich gewählt werde, sagte Großkurth, der dann die Wahlleitung übernehmen wird.

Keine Wahlen in Hersfeld-Rotenburg: Corona-Gefahr zu groß

Als nachvollziehbar und „logische Folge“ bezeichnete auch Haunetals Bürgermeister Gerd Lang (parteilos, seit 2014 im Amt) die Entscheidung. „Die Bürger sollen ihr Wahlrecht ja auch ausüben können.“ In der Gemeinde mit 2912 Einwohnern wäre am 23. August gewählt worden. Langs Amtszeit endet am 30. November, er will erneut kandidieren.

Für den 13. September waren gleich zwei Bürgermeisterwahlen in Alheim und Niederaula terminiert. Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke (SPD) begrüßt die Wahlverschiebung. „Ich finde es gut, dass wir uns in dieser schwierigen Zeit nicht mit Wahlkämpfen befassen müssen, sondern uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können.“ 

Lüdtke, seit 1996 im Amt und damit dienstältester Bürgermeister im Landkreis, wird nicht erneut kandidieren. Wer für seine Nachfolge in Frage kommt, ist noch nicht offiziell bekannt. 

Dass sich durch die Wahlverschiebung seine Amtszeit verlängern wird, sei für ihn kein Problem. „Ich bin so lange Bürgermeister, wie ich gebraucht werde.“

Trotz Corona: Wahlen in Wildeck im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Bürgermeister bleiben will hingegen Thomas Rohrbach in Niederaula (parteilos), der das Amt in der 5356 Einwohner großen Gemeinde seit 2008 innehat. Er lobt die nun einheitliche Handhabe.

Nicht betroffen von der Wahlverschiebung ist Wildeck. In der 4968-Einwohner-Gemeinde wird am kommenden Sonntag gewählt – allerdings nur per Briefwahl. Alleiniger Kandidat ist Amtsinhaber Alexander Wirth (parteilos). Die Wildeck-Wahl wird, aus Sorge vor dem Coronavirus, die erste reine Bürgermeister-Briefwahl Hessens.

Quelle: HNA

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