35-jährige Franziska Bolz steht als erste Bewerberin fest

Bürgermeisterkandidatin will Gemeindefusion für Cornberg

Franziska Bolz steht auf einem Feld in Königswald und lächelt für ein Porträtfoto in die Kamera.
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Will ins Cornberger Rathaus einziehen: die 35-jährige Franziska Bolz aus Königswald.

Ihre Motivation dafür, in der Gemeinde Cornberg etwas zu ändern, sind ihre Kinder: Die 35-jährige Franziska Bolz aus Königswald tritt am 1. November als unabhängige Kandidatin an.

Cornberg – Bolz ist damit die Erste, die ihre Bürgermeisterkandidatur öffentlich macht. „Meine beiden Jungs sind drei und sieben Jahre alt – und als junge Mutter stelle ich fest, dass es hier an Infrastruktur und Freizeitmöglichkeiten fehlt, für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Ich möchte in einer Gemeinde leben, die meine Kinder nicht verlassen, wenn sie erwachsen sind“, sagt die gelernte Einzelhandelskauffrau, die in Königswald aufgewachsen ist und in Sontra Abitur gemacht hat.

Sie selbst hat die Heimat als junge Erwachsene verlassen, ist dann aber vor drei Jahren zurückgekehrt und hat sich in Königswald ein Haus gekauft. Dort engagiert sie sich auch im Verein „Wir für Königswald“ und hat sich mit einer Pferderanch selbstständig gemacht, wo sie sowohl Reitunterricht gibt als auch Pferde zureitet. Der Betrieb würde im Falle eines Wahlerfolgs erst einmal ruhen.

Bolz: Muss nicht sechs Jahre lang das Gehalt einer Bürgermeisterin verdienen

Für die 35-Jährige ist klar: Eine Fusion Cornbergs, der mit rund 1200 Einwohnern zweitkleinsten Gemeinde Hessens, ist auf jeden Fall erstrebenswert. Darüber möchte sie bereits vor der Wahl mit Politikern in Nachbarkommunen sprechen. „Vielleicht ist es auch möglich, die Eigenständigkeit zu erhalten und die interkommunale Zusammenarbeit der Verwaltungen noch wesentlich weiter auszubauen.“ In diesem Fall stünde sie auch als ehrenamtliche Bürgermeisterin bereit. „Ich muss nicht sechs Jahre lang das Gehalt einer Bürgermeisterin verdienen.“ Wenn sie gewählt werde, gelte ihr Engagement aber zunächst auf jeden Fall zu 100 Prozent der Gemeinde. Die Unterstützerunterschriften, die für parteiunabhängige Kandidaten nötig sind, hat sie in allen drei Cornberger Ortsteilen gesammelt.

Bis jetzt gibt es nur eine offizielle Kandidatin: In Hessens zweitkleinster Gemeinde Cornberg ist am 1. November Bürgermeisterwahl.

Kommunalpolitische Erfahrung hat Franziska Bolz nicht. Sie betont aber, dass sie sich in den vergangenen Wochen intensiv mit mehreren Gemeindevertretern ausgetauscht habe. Auf die Idee, sich zur Wahl zu stellen, brachten sie Bekannte, erzählt sie. Im Textileinzelhandel hat sie über mehrere Jahre hinweg verschiedene Filialen geleitet, also auch Mitarbeiter-Verantwortung getragen.

Bewerbungsunterlagen können noch bis Montag bei der Gemeinde abgegeben werden. SPD, CDU und die Cornberger Bürgerliste (CBL) nominieren keine eigenen Kandidaten. (Von Christopher Ziermann)

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