Jetzt geht es um Investitionen, den Kampf gegen den Leerstand und die langfristige Nutzung der Alheimer Kaserne

Bürgermeister Grunwald sieht rosige Zukunft für Rotenburg

Der Steinweg: Hier stehen zahlreiche Geschäfte leer, aber das soll nicht so bleiben. Die Stadt will selbst aktiv werden. Allerdings wollen einige Hausbesitzer nur zu Preisen verkaufen, die „jenseits von Gut und Böse sind“, wie der Bürgermeister sagt. Archivfoto:  Schäfer-Marg

Rotenburg. Als beispiellos in der Geschichte Rotenburgs bezeichnete Bürgermeister Christian Grunwald die Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren. Während der Stadtverordnetenversammlung malte er in seiner Haushaltsrede ein rosarotes Bild – belegt mit Zahlen. Über die positive Finanzlage berichteten wir bereits.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Stadt innerhalb von sechs Jahren frei von den sogenannten Kassenkreditschulden sei. Diese sind vergleichbar mit dem Überziehungskredit und betrugen Ende 2012 noch stolze 27 Millionen Euro. Davon sind heute fast 20 Millionen getilgt, die Hälfte mithilfe des Schutzschirms des Landes, aber die andere Hälfte aus eigener Kraft. Und so soll es weitergehen: Mitte dieses Jahres soll auch der restliche Überziehungskredit mit der Hessenkasse, einem weiteren Hilfsprogramm des Landes, abgelöst werden.

Auf dieser Grundlage könne man sich nun vom Verwalten des Mangels der mutigen Gestaltung der Stadt zuwenden, betonte Grunwald. Im Gegensatz zu den Kassenkrediten stehen den Krediten, die für Investitionen aufgenommen werden, Werte gegenüber. Über 8 Millionen Euro sind an Investitionskrediten in diesem Jahr geplant.

Leerstand

Zentrale Aufgabe der MER, der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft mit Torben Schäfer an der Spitze, sei es, den Leerstand vieler Geschäfte anzugehen: Mit eigenen Baumaßnahmen, aber auch Unterstützung der Eigentümer. Viele bereits bestehende Angebote der Stadt seien gar nicht bekannt, sagte Grunwald.

So bietet etwa die MER Geschäftsleuten die Übernahme der ersten Jahresmiete an, wenn sie einen Laden eröffnen wollen. Unterstützung bei der Sanierung alter Gebäude ist in Planung.

Die Stadt will nach den Worten des Bürgermeisters selbst alte, leerstehende Häuser in der Innenstadt kaufen, sanieren und zu neuem Leben erwecken. Er mahnte aber auch die Hausbesitzer, deren Kaufpreise nicht selten jenseits von Gut und Böse seien. Grunwald bot eine Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern an.

„Wer sein Eigentum in der Mitte der Stadt lieber leerstehen und verkommen lässt, als es zu einem fairen Preis zu verkaufen oder zu vermieten, leistet unserer Stadt einen Bärendienst.

Christian Grunwald

„In unserer Stadt geht’s jetzt los“, sagte der Bürgermeister mit Hinweis auf das Stadtumbauprogramm. Rotenburg ist eine von zehn Kommunen, die 2017 in das Landesprogramm aufgenommen worden sind. Es umfasst 14 Millionen Euro und läuft über 14 Jahre. Bis zum Oktober muss die Stadt jetzt ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (Isek) erarbeiten.

Alheimer Kaserne

Auch zur ehemaligen Alheimer Kaserne äußerte sich der Bürgermeister. Die Belegung mit Flüchtlingen gehe zurück, und es sei die Frage, wie das Land weiter vorgehe. Grunwald plädierte dafür, sich jetzt Gedanken zu machen. Die Hochschule für Finanzen und Rechtspflege platze aus allen Nähten. Die Studenten sind schon im HKZ-Bettenhaus und im Jugendhof untergebracht, Lehrgänge wurden nach Südhessen verlegt, warnte Grunwald. Der Standort in Rotenburg müsse gesichert bleiben, die Kapazitäten in der Kaserne berücksichtigt werden KOMMENTAR

Quelle: HNA

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