Der wichtigste Tag des Bauprojekts

Premierentag in Blankenheim: Zwölf Stahlbetonträger für neue Fuldabrücke verbaut

Die neue Fuldabrücke bei Blankenheim nimmt Gestalt an: Die Stahlbetonträger werden in Millimeterarbeit nebeneinander in die Lücken zwischen den Eisenstangen auf den Brückenpfeilern gesetzt und anschließend einbetoniert.
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Ein Puzzle mit tonnenschweren Teilen: Die Stahlbetonträger werden in Millimeterarbeit nebeneinander in die Lücken zwischen den Eisenstangen auf den Brückenpfeilern gesetzt und anschließend einbetoniert.

Auf diesen spannenden Tag hat die Baufirma seit Wochen hingearbeitet. Die Stahlbetonträger für die neue Fuldabrücke bei Blankenheim einzubauen, ist ein Kunststück.

„Das ist wie eine Theaterpremiere – nur ohne Generalprobe“, sagt Wolfgang Holland. „Die Firma arbeitet seit Wochen auf diesen Tag hin.“ Der Bauüberwacher aus Erfurt steht auf der alten Fuldabrücke in Blankenheim und sieht dabei zu, wie keine 20 Meter entfernt ein 25 Tonnen schwerer Stahlbetonträger vorsichtig auf zwei Pfeilern am Fluss abgesetzt wird. Elf weitere dieser Schwergewichte werden im Verlauf des Tages folgen.

Die neue Fuldabrücke in Blankenheim nimmt am Donnerstag endlich Gestalt an: Eine 73 Meter lange Konstruktion aus etwa 232 Tonnen Stahlbeton, die den Fluss überspannt und auf der später die Fahrbahn liegen soll. „Heute ist der wichtigste Tag“, sagt auch Bauleiter Simon Dieterich von der Eiterfelder Firma Giebel Hoch- und Tiefbau.

Neue Brücke für Blankenheim: 25 Tonnen Stahlbeton schweben über der Fulda

Das Bild zeigt die Bauarbeiten an der neuen Fuldabrücke in Blankenheim: Zwölf bis zu 25 Tonnen schwere Stahlbetonträger werden zum Stahlüberbau der Brücke zusammengesetzt.
Das Bild zeigt die Bauarbeiten an der neuen Fuldabrücke in Blankenheim: Zwölf bis zu 25 Tonnen schwere Stahlbetonträger werden zum Stahlüberbau der Brücke zusammengesetzt.
Das Bild zeigt die Bauarbeiten an der neuen Fuldabrücke in Blankenheim: Zwölf bis zu 25 Tonnen schwere Stahlbetonträger werden zum Stahlüberbau der Brücke zusammengesetzt.
Das Bild zeigt die Bauarbeiten an der neuen Fuldabrücke in Blankenheim: Zwölf bis zu 25 Tonnen schwere Stahlbetonträger werden zum Stahlüberbau der Brücke zusammengesetzt.
Neue Brücke für Blankenheim: 25 Tonnen Stahlbeton schweben über der Fulda

Und an dem muss alles passen: Zwölf Schwertransporter haben die nötigen Träger am Donnerstagmorgen geliefert, „just in time“, wie es im Fachjargon heißt. Per Kran – Eigengewicht: 72 Tonnen, Gegengewicht: 96 Tonnen, maximal stemmbare Last: 300 Tonnen – werden die Ungetüme in drei Etappen zum Stahlüberbau der Brücke zusammengesetzt. Zunächst werden die Mittelträger von Brückenpfeiler zu Brückenpfeiler über den Fluss gelegt, dann die kürzeren Seitenträger von den Pfeilern zu den jeweiligen Brückenwiderlagern auf beiden Fuldaseiten. Vier der sogenannten Verbund-Fertigteil-Träger (VFT) liegen pro Block nebeneinander, hergestellt hat sie die Firma Elementbau Osthessen aus Eichenzell.

Der Mann am Steuerknüppel ist konzentriert und entspannt

Trotz der Abmessungen – die Träger sind bis zu 31 Meter lang und 1,50 Meter breit – ist Millimeterarbeit gefragt: Zwischen den einzelnen Bausteinen des Brückenbaus bleibt nur ein schmaler Spalt, der später verfüllt wird. „So wie es aussieht, habe ich den entspanntesten Job“, sagt Mario Wildner verschmitzt in seinem Sitz in der Sonne und legt die Hände locker auf die Steuerknüppel. Der 54-jährige Kranführer aus Baunatal bringt 28 Jahre Berufserfahrung mit und ist über Funk ständig im Austausch mit einem Einweiser.

Bis November soll alles fertig sein

Rund 75 Prozent der neuen Fuldabrücke stehen nun. Bis November soll alles fertig sein. Ab dann wäre der Abriss der alten Brücke möglich, der aber auch von Logistik und Witterung (etwa Hochwasser) abhängig ist. Bis Juli 2021 soll das Großprojekt in Blankenheim – Kostenfaktor: rund 3,5 Millionen Euro – abgeschlossen sein. Dazu gehört auch, dass die Straße Wittchweg zur Brücke hin angehoben und die Lämmerbergstraße zwischen Sportplatz und Bahnüberführung auf rund 200 Metern ausgebaut wird.

Derzeit liegt der Eigenanteil der Stadt bei 2,1 Millionen Euro. Die Förderung über 1,3 Million Euro stemmen in einem Pilotprojekt das Amt für Bodenmanagement und Hessen Mobil. Allerdings werde noch auf einen Förderbescheid gehofft, der Bebras Beteiligung auf 1,8 Millionen Euro sinken ließe, sagt Bauamtsleiter Patrick Schuster.

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