Veterinäramtsleiter gibt Tipps

Ein Jahr nach Vergiftungstod bei Cornberg: Herbst birgt stets Gefahr für Pferde durch Berg-Ahorn

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Besonders im Herbst müssen sich Pferdebesitzer damit auseinandersetzen, was auf ihren Weiden wächst.

Der Grund für den Tod der Pferde war damals ein anderer, als zunächst vermutet.

Ein Jahr nach dem Vergiftungstod der damals bei Cornberg weidenden Tiere des Rotenburger Rechtsanwalts Harald Ermel ist auch derzeit die Gefahr für Pferde wieder groß. Grund für den Tod der Tiere war nicht, wie zunächst vermutet, ein Racheakt am Anwalt – Samen des Berg-Ahorns waren Schuld. 

Und der Baum wirft auch nun wieder – wie jeden Herbst – seine giftigen Samen ab. „Die größten Toxinmengen findet man in den reifen Samen und den Keimlingen. Daher ist die Gefahr im Herbst am größten“, sagt Dr. Thomas Berge, Leiter des Veterinäramts des Kreises Hersfeld-Rotenburg. „Sicher ist, dass einige Ahorn-Arten für Pferde und Esel giftig sind.“ Ob der Samen auch für andere Tiere gefährlich sei, kann Berge nicht sicher beantworten „Das ist noch nicht ausreichend erforscht.“ Klar sei aber, dass Berg-Ahorn auch an oder auf Pferdeweiden stehen könne und sich Pferdebesitzer bewusst sein müssten, dass die Bäume eine Gefahr darstellen – insbesondere bei überwiegender Weidehaltung. „Wird das Toxin Hypoglycin A, ein Inhaltsstoff des Ahorns, von den Pferden gefressen, gelangt das Gift über die Darmwand ins Blut und schädigt die Muskelzellen. Das Krankheitsbild nennt man dann Weidemyopathie“, erläutert Berge. Sobald Pferdehalter bemerken, dass ihre Tiere Samen oder Keimlinge des Baums gefressen haben, sollten sie diese sofort aufstallen und einen Tierarzt hinzuziehen. 

„Die betroffenen Pferde schwitzen, zittern, haben einen schwankenden Gang, Kau- und Schluckbeschwerden und setzen dunklen Urin ab.“ Sind diese Anzeichen bereits sichtbar, ende die Vergiftung in den meisten Fällen tödlich. Das liege daran, dass eine kausale Therapie, also eine Therapie, die die Ursache der Erkrankung bekämpft, nicht möglich sei. 

Berge rät Pferdehaltern dazu, sich mit den Pflanzen auf ihren Weiden auseinanderzusetzen. Sie sollten entsprechend reagieren, wenn Giftpflanzen auf den Weiden oder an den Weiderändern wachsen. Das gelte nicht nur für Ahorn, sondern zum Beispiel auch für das Jakobskreuzkraut.

Quelle: HNA

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