Tipps zum Reifenwechsel

Bei winterlichem Wetter Reifen später wechseln

Tizian Schellhase kümmert sich um den Reifenwechsel bei Reifen Hofmann in Bebra. Er macht dort eine Ausbildung zum Reifenvulkaniseur.
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Tizian Schellhase kümmert sich um den Reifenwechsel bei Reifen Hofmann in Bebra. Er macht dort eine Ausbildung zum Reifenvulkaniseur.

Was ist beim Reifenwechsel zu beachten und wie läuft der während der Coronapandemie ab – darüber sprachen wir mit dem Filialleiter von Reifen Hofmann in Bebra Hartmut Ruhl und dem ADAC Hessen-Thüringen.

Bebra – Im Frühjahr steht der Reifenwechsel an. Das bedeutet auch für die Mitarbeiter von Reifen Hofmann in Bebra einen hohen Kundenandrang. Doch aufgrund der Pandemie läuft der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen in diesem Jahr dort etwas anders ab. „Wir können gleichzeitig nur drei Kunden bedienen. Deshalb dauert alles etwas länger“, sagt Hartmut Ruhl, Filialleiter von Reifen Hofmann in Bebra. Trotzdem sei er froh, dass jetzt wieder mehr Kunden kämen. Seit Beginn der Pandemie hat der Betrieb bereits etwa 20 Prozent an Umsatz eingebüßt und einige Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Trotzdem wechseln die Mitarbeiter an ungefähr 80 bis 100 Autos am Tag die Reifen.

„Wir merken aber, dass die Leute weniger fahren. Normalerweise beliefern wir auch Busunternehmen mit Reifen. Das fällt jetzt weg“, sagt Hartmut Ruhl. Zudem gebe es öfter Rückfragen der Kunden, wie ein Reifenwechsel denn aktuell abläuft. Wir haben nachgefragt und Hartmut Ruhl und der ADAC Hessen-Thüringen informierten uns, auf was es beim Reifenwechsel ankommt:

Von O bis O

Bei winterlichen Wetterverhältnissen sollte man mit dem Reifenwechsel noch warten. Denn da ist das Fahren mit Winterreifen Pflicht. Weil es wie in dieser Woche auch noch im April schneien kann, sollte man sich nicht zwingend an die bekannte Regel, nur von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren, halten, sagt Oliver Reidegeld, Pressesprecher des ADAC. Denn eine Fahrt mit Sommerreifen bei winterlichem Wetter kann ein Bußgeld und Punkte in Flensburg nach sich ziehen. Trotzdem sollte man nicht das ganze Jahr mit Winterreifen fahren. Denn Sommerreifen haben eine bessere Bremsleistung und die Längsrillen im Rad verdrängen das Wasser besser, sagt Oliver Reidegeld.

Vorbereitung

Vor jedem Wechsel muss die Profiltiefe des Reifens überprüft werden. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt aber eine Tiefe von mindestens drei Millimetern. Das sorge vor allem dafür, dass das Auto mehr Haftung auf dem Boden hat, weiß auch Hartmut Ruhl.

Außerdem sollten die Reifen keine Schäden aufweisen. Steckt zum Beispiel ein Nagel im Reifen, kann dieser sich beim Fahren immer mehr in das Gummi drücken, was schließlich den Luftdruck reduziert.

Reifenwechsel

Die Autos kommen für den Reifenwechsel auf eine Hebebühne. Nachdem die Winterräder abgeschraubt wurden, wird zunächst die Radanlagefläche gereinigt und die Radnarbe mit einem speziellen Mittel geschmiert.

Bevor die Sommerreifen aufgezogen werden, werden diese noch mal auf Beschädigungen überprüft. Mit dem richtigen Drehmoment – der ist je nach Hersteller des Fahrzeugs unterschiedlich – werden die Reifen dann ans Auto geschraubt. Wer seine Reifen zuhause selbst wechseln möchte, sollte laut Hartmut Ruhl vor allem auf die Luftdruckelektronik achten. Denn bei einigen Autos muss im Bordcomputer ausgewählt werden, welche Reifenart aufgezogen wurde.

Nachsorge und Pflege

„Manche Räder müssen nach den ersten gefahrenen 100 Kilometern noch mal nachgezogen werden“, empfiehlt Hartmut Ruhl. Wichtig sei auch die Lagerung der Winterreifen; Sie sollten gereinigt und trocken gelagert werden. Aufgrund von Nässe und Salzrückständen könnten sonst die Felgen rosten.

Reifenart

Wer viel unterwegs ist und bei Wind und Wetter fahren muss, der sollte Winter- und Sommerreifen wählen. Da sind sich Oliver Reidegeld vom ADAC und Hartmut Ruhl einig. Laut Reidegeld lohnen sich Allwetterreifen nur für diejenigen, die nicht mehr als 12.000 Kilometer im Jahr fahren.

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