"Stand kurz vor einem Herzinfarkt"

Bebras Bürgermeister Uwe Hassl tritt doch nicht mehr an

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Hört nach einer Amtszeit auf: Bebras Bürgermeister Uwe Hassl, hier in seinem Amtszimmer mit Blick auf den Rathausmarkt

Der 58-Jährige begründet seine überraschende Entscheidung damit, dass er sich „gesundheitlich nicht auf der Höhe“ fühle – und wirbt für seinen Mitkandidaten.

Bebra – Es ist ein politisches Beben in Bebra: Bürgermeister Uwe Hassl tritt bei der Wahl im September nicht wieder an. Der 58-Jährige begründet seine überraschende Entscheidung damit, dass er sich „gesundheitlich nicht auf der Höhe“ fühle – und wirbt für seinen Mitkandidaten.

Bebra wählt am 8. September. Nach Hassls Ausscheiden ist Stadtentwicklungschef Stefan Knoche der – bislang – einzig bekannte Bewerber auf den Chefsessel im Rathaus. Bewerbungsschluss für das Bürgermeisteramt ist am heutigen Montag, 18 Uhr. „Hätte es keinen Kandidaten gegeben oder einen, den ich nicht so unterstützen könnte wie Stefan Knoche, hätte ich es noch einmal gemacht“, sagt Uwe Hassl gegenüber unserer Zeitung.

Er erholt sich derzeit bei einem Urlaub auf Usedom, nachdem er Ende Mai für zwei Wochen ausgefallen war und sich im Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg einem Eingriff unterziehen musste. Hassl: „Es ist schon hart, wenn man zu hören bekommt, dass man kurz vor einem Herzinfarkt stand“.

Die endgültige Entscheidung, nicht erneut in das Rennen um den Posten zu gehen, sei auf Usedom gefallen. Ein geschwächter Rathauschef sei ein klares Angriffsziel: „Das letzte Jahr war besonders anstrengend für mich“, so Hassl. Als prädestinierter Anwärter für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall habe er den Rat bekommen, stressfreier zu leben.

Stress lasse sich als Bürgermeister – ein Job für „24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche“ – aber nicht vermeiden. „Am Ende würde mich das dann das Leben kosten können, aber diesen Preis bin ich nicht mehr bereit zu zahlen“, sagt Hassl. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und bis zum Schluss mit sich gerungen.

„Mit Stefan Knoche bekommt Bebra auch einen kompetenten Nachfolger, denn ich habe mit ihm die letzten Jahre sehr eng zusammengearbeitet“, so der 58-Jährige über seinen bisherigen Konkurrenten.

Noch im Januar hatte der Bürgermeister im Interview mit unserer Zeitung gesagt: „Es wäre schön, wenn es Gegenkandidaten geben würde. Es heißt ja Bürgermeisterwahl und das setzt sprachlich schon mindestens zwei Kandidaten voraus."

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