Polizei würdigt Zivilcourage

Bebraner rettet lebensmüden Mann vor dem Sprung

Ausgezeichnet: Karl-Heinz Zuschlag aus Bebra wurde für sein couragiertes Einschreiten vom Leiter der Rotenburger Polizeistation, Erster Polizeihauptkommissar Elmar Vogel, jetzt gewürdigt. Links im Bild Polizeioberkommissar Mirko Kirchner, der ebenfalls an der Rettungsaktion beteiligt war.

Bebra. Karl-Heinz Zuschlag aus Bebra hat einen lebensmüden Mann vor dem Sprung von einer Brücke auf Bahngleise gerettet. Für seine Zivilcourage hat ihn nun die Polizei geehrt.

Ein glückliches Ende einer höchst dramatischen Situation hat jetzt der Leiter der Rotenburger Polizeistation, Erster Polizeihauptkommissar Elmar Vogel, zum Anlass genommen, um mit Karl-Heinz Zuschlag aus Bebra einen echten Lebensretter auszuzeichnen.

Und das war passiert: Am Sonntag, 11. März, erreichte die Polizei in Rotenburg um 11.55 Uhr ein Telefonanruf. Ein Mann stehe auf der Brücke der Heidaustraße über den Bahngleisen und wolle offensichtlich springen.

Mann stand hinter dem Brückengeländer

Kurze Zeit später traf die alarmierte Funkstreife der Rotenburger Polizei vor Ort ein. Wie sich herausstellte, stand der zur Ereigniszeit 33-jährige Mann in suizidaler Absicht hinter dem Brückengeländer auf einem vorgelagerten Podest über den Gleisen und drohte in die Tiefe zu springen. Nach mehrfachem Zureden konnte der Mann schließlich mit vereinten Kräften über das Brückengeländer gezogen werden. Im Anschluss wurde er unverletzt in das Krankenhaus in Bad Hersfeld gebracht.

Und dieser glückliche Ausgang ist neben dem professionellen Vorgehen der Polizeibeamten insbesondere dem besonnenen und überlegten Handeln des Zeugen, Karl-Heinz Zuschlag zu verdanken. Der hatte beim Spaziergang den jungen Mann auf dem Brückenpodest stehen sehen, war daraufhin zügig auf die Brücke gegangen und hatte ihn angesprochen.

Zuschlag: Verpflichtet gefühlt, Hilfe zu leisten

Dieser reagierte jedoch nicht auf die Ansprache und bewegte sich gefährlich auf den Rand des Podestes zu. Ohne auf die Gefährdung seiner eigenen Person zu achten, hielt Zuschlag den mutmaßlich Lebensmüden am Arm fest. Dieser riss sich jedoch los und näherte sich erneut dem Rand des Podestes. Der Bebraner hielt nun ein vorbeifahrendes Auto an, da er selbst kein Mobiltelefon dabei hatte. Über das Telefon des Autofahrers verständigte er über Notruf die Polizei und redete bis zum Eintreffen der Streife auf den jungen Mann ein – und hielt ihn so erfolgreich von seinem Vorhaben ab.

Aufgrund seines engagierten Verhaltens wurde Karl-Heinz Zuschlag jetzt zur Polizeistation Rotenburg eingeladen und erzählte dort das Erlebte aus seiner Sicht. Sein Gefühl habe ihm sofort gesagt, dass etwas nicht stimme und er habe sich verpflichtet gefühlt, Hilfe zu leisten.

Der Rotenburger Stationsleiter, Erster Polizeihauptkommissar Elmar Vogel, würdigte das Einschreiten des Bebraners und übergab ihm für sein vorbildliches Verhalten ein kleines Präsent. Leider sei es heutzutage nicht mehr selbstverständlich, anderen Menschen zu helfen. Er dankte Zuschlag für sein couragiertes Verhalten und verabschiedete ihn mit den besten Wünschen und dem Dank aller Bediensteten der Polizeistation Rotenburg.

Zudem dankte Vogel der eingesetzten Streife, den Polizeioberkommissaren Mirko Kirchner und Julian Eberhardt, für ihr schnelles und umsichtiges Verhalten, mit dem sie einen Menschen vor dem Selbstmord bewahrt hatten. (red/pgo)

Hilfe bei Suizidgedanken: 

Für Menschen mit suizidalen Gedanken gibt es eine Vielzahl an Beratungsmöglichkeiten: Evangl. Telefonseelsorge 0800/1110111, kath. Seelsorge: 0800/1110222; Die Telefonseelsorge ist zu jeder Zeit erreichbar. Über weitere Beratungsangebote informiert die Gesellschaft für Suizidprävention auf ihrer Homepage.

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