Die Stimmen des Stadtjubiläums

Bebraer Chöre haben zur 1250-Jahrfeier eine gemeinsame CD produziert

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Sind stolz auf das Ergebnis: Günter Winkler (oben, von links), Josef Koster, Bürgermeister Uwe Hassl, Ina Koch sowie Thorsten Rehs vom Hessischen Hof.

Zur 1250-Jahrfeier ihrer Stadt haben sich die Bebraer Chöre zusammengetan und eine CD aufgenommen. Insgesamt neun Chöre haben 25 Stunden Arbeit in die Aufnahmen gesteckt.

Herausgekommen sind 20 Titel: vom selbstgedichteten Eröffnungssong „Bebra, du meine Stadt“ über „Liebe blüht wie eine Rose“ und „Über sieben Brücken musst du geh’n“ bis „Top of the World“ von den Carpenters.

Präsentiert wird das 61-Minuten-Werk von Uwe Hassl. „Ich war der Dieter Bohlen in der Geschichte“, sagt der Bürgermeister.

Viele Chormitglieder haben zwar Bühnenerfahrung – die Aufnahmen im zum Tonstudio umfunktionierten Saal des Hessischen Hofs waren allerdings Neuland für sie. Die größte Herausforderung dabei: sich während des Singens möglichst wenig zu bewegen, damit der Boden nicht knarzt, und die Textblätter nicht rascheln. 

Bebraer Chöre sangen im Tonstudio ohne Lüftung

„Man glaub nicht, wie schwierig es ist, für ein paar Minuten stillzustehen“, sagt Aufnahmeleiter Günter Winkler. Er macht seit 46 Jahren Musik, auf den Bühnen der Region kennt man den Bebraner und seinen Sohn als Almrausch-Duo. Winkler verlangte den Chören einiges ab. Die dürften sich meist eine halbe Stunde warmsingen, dann zählte jede Minute. 

Denn das Zeitfenster für die perfekte Aufnahme ist nach Erfahrung des Bebraners klein, nach dem Warmsingen hält die Hochform etwa 30 Minuten an. „Die entgeisterten Blicke waren schon lustig, wenn ich mitten in der Aufnahme „Halt, Stopp!“ gerufen habe“, sagt der Produzent. Zumal die Sänger unter erschwerten Bedingungen arbeiten mussten. Im Tonstudio blieb die Lüftung aus – zu laut. Eine Herausforderung, wenn der 38 Mann starke Eisenbahnchor Germania den Eröffnungstitel „Bebra, du meine Stadt“ einsingen soll.

Das Bild zeigt eine Aufnahmesituation in dem zum Tonstudio umfunktionierten Saal „Alt-Bebra“.

Bebraer Chöre kämpfen gegen Mitgliederschwund

Den Text der Lobeshymne auf die Eisenbahnerstadt hat Chorleiter Josef Koster verfasst – siehe Stichwort. Gemeinsam mit Bürgermeister Uwe Hassl kam Koster auf dem Stadtfest im vergangenen Jahr die Idee für eine gemeinsame CD der Bebraer Chöre. „Alle Vereine haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen“, sagt Uwe Hassl. Die Hoffnung ist, dass die CD für einen Motivationsschub sorgt. „Für die Sänger ist es ein schöner Effekt, sich einmal selbst gehört zu haben“, sagt Winkler.

Natürlich sei die Idee gewesen, „Werbung für unsere Sänger zu machen“, sagt Ina Koch, Vorsitzende des Sängerbezirks Bebra. Es gehe aber auch darum, der Stadt zum Jubiläum eine Stimme zu verleihen. 

Songvorschläge wurden gesammelt

Koch hat die Organisation übernommen, die Chöre angeschrieben, Songvorschläge gesammelt. Die Aufnahmen liefen von Januar bis Ende März, dann musste die CD abgemischt und gepresst werden. „So langsam kam bei den Sängern jetzt die Ungeduld“, sagt Ina Koch mit einem Schmunzeln, „die fertige CD ist daher ein schönes Weihnachtsgeschenk.

5000 Exemplare hat Uwe Hassl vom Unternehmen Hofa Media bei Karlsdorf (Baden-Württemberg) anfertigen lassen, die Kosten von etwa 1800 Euro trägt die Stadt. „Die Gema-Gebühren waren teurer als die Herstellung der CDs“, sagt der Bürgermeister. Die Vervielfältigungsrechte kosteten weitere 2500 Euro.

„Uwe Hassl präsentiert Bebras Chöre im Jubiläumsjahr“, Preis: 5 Euro, erhältlich bei der Stadtkasse Rathaus Bebra, erster Stock.

Hintergrund: Die Chöre auf der CD

An der CD „Bebras Chöre im Jubiläumsjahr“ haben sich beteiligt: . MGV Breitenbach, Leitung: Michael Maiwald. MGV Lüdersdorf, Leitung: Alexander Meier . MGV Weiterode, Leitung: Lilia Funkner . Eisenbahnchor Germania, Shantychor Bebra, Chorgemeinschaft Blankenheim-Bebra und der Gemischte Chor Iba, alle unter Leitung von Josef Koster . Gospelchor Bebra, Leitung: Irene Lochner . Popchorn Gilfershausen, Leitung: Jochen Hartig

Stichwort: Das Bebra-Lied

Bisher gibt es den Bebra-Rap von Daniel Kör, jetzt ist mit „Bebra, du meine Stadt“ ein Bebra-Lied dazugekommen. Chorleiter Josef Koster hat den Text auf die Hymne „Thüringen, holdes Land“ des Weimarer Komponisten Carl Müllerhartung gedichtet. Ein Auszug:

„Bebra, du meine Stadt, die ich so gerne mag, als Eisenbahnknotenpunkt bundesweit bekannt. Züge passieren dich, Menschen erwarten dich, laden ganz herzlich ein, Gast bei uns zu sein.“

Quelle: HNA

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