Tennet informierte

Kaum Interesse an der Trasse: Wenig Besucher beim Infomarkt zu Suedlink in Bebra

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Hatten in Bebra Zeit für Einzelbetreuung: Bernd Lang, Genehmigungsmanager bei TransnetBW, und Tennet-Sprecher Thomas Wagner. 

Seit klar ist, dass die Stromtrasse Suedlink nicht durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg führen wird, hat die Aufregung um das Projekt hier spürbar nachgelassen.

Netzbetreiber Tennet und TransnetBW bevorzugen bei dem Zehn-Milliarden-Projekt einen Verlauf durch Thüringen und den Werra-Meißner-Kreis. Entsprechend verhalten besucht war die jüngste Infoveranstaltung zur Stromautobahn in Bebras Hessischem Hof. Wir haben den sogenannten Infomarkt besucht.

Die Netzbetreiber seien auch in den Landkreisen mit Alternativkorridoren unterwegs, sagte Tennet-Sprecher Thomas Wagner den Besuch in Bebra. Für die elf Mitarbeiter der beiden Netzbetreiber – darunter Planer und Umwelttechniker, die laut Wagner auch auf Feedback hofften – hieß das: Sie hatten Zeit für Einzelbetreuung. Nach zwei von drei Stunden kamen die Veranstalter auf 27 Interessierte. Stellwände zeigten Karten mit Varianten der Trasse neben Erklärtafeln wie „Der Weg zum konkreten Leitungsverlauf“. Nach dem Rundgang nutzten die Besucher beim Gespräch das Essensangebot samt kalten Getränken. Im von der Vorzugsvariante betroffenen Werra-Meißner-Kreis waren es jüngst über 100 Besucher – dort war es die bereits die neunte Info-Veranstaltung der Netzbetreiber seit März.

„Wenn sich die Bundesnetzagentur anders entscheidet, sind plötzlich wir betroffene“, warnte Cornbergs Bürgermeister Achim Großkurth. Der Alternativkorridor der Stromautobahn durch den Kreis würde auch seine Gemeinde schneiden. Es gelte jetzt zu untermauern, dass die bevorzugte Trasse mehr Sinn ergebe, so Großkurth.

Bis zum 7. Juni können Stellungnahmen eingereicht werden. „Dafür brauchen wir die Fachkompetenz des Landkreises“, sagte der Cornberger Rathauschef. Am Montag gab es daher ein Treffen zwischen Kreis und den potenziell betroffenen Gemeinden. Das letzte Wort über den Trassenverlauf hat die Bundesnetzagentur. Eine Entscheidung wird für Ende 2019 erwartet.

Besonders mit Blick auf die Gegenwehr im Werra-Meißner-Kreis sei es fahrlässig, nicht auch die anderen Varianten genau zu prüfen, so Genehmigungsmanager Bernd Lang von TransnetBW. „Die suchen gerade den Grünen Wasserbüffel“, hieß es beim Infomarkt. Was bedeuten soll: Einen Grund, den Trassenbau von Suedlink durch ihren Landkreis zu verhindern.

„Mich interessiert das Thema, zudem geht es um die Nachbarschaft“, sagte Bebras Stadtverordneter Lothar Knoth (SPD). Er besuchte den Infomarkt auch in der Hoffnung, eine Neuigkeit aufzuschnappen. Ohne Erfolg.

Darum geht es Tennet auch nicht: „Wir bieten die Möglichkeit, sich zu informieren und einzubringen“, so Thomas Wagner. „Ich bin genau so schlau wie vorher“, murrte ein Besucher beim Verlassen der Veranstaltung. 

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